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Wer, wie, was?

Ungewissheit am Tivoli

Wochen vor dem Ende der Saison sind bei der Alemannia brennende Fragen zu klären. Denn der nächste Umbruch steht unmittelbar bevor.

Viktoria Köln Alemannia Aachen Tor Jubel

Von Marcus Erberich

(Hinweis: Dieser Beitrag ist wenige Stunden vor der Meldung erschienen, dass die Alemannia erneut Insolvenz einreichen muss. Die aktuellen Entwicklungen konnten daher im Text noch nicht berücksichtigt werden.)

Jetzt ist es wieder so weit. Die Saison 2016/17 geht auf die Zielgerade – und wieder einmal wissen wir nicht, wo wir eigentlich stehen. War das bis hierhin eine gute Saison? War sie mittelmäßig? Oder sogar schlecht?

Ein kurzer Ausritt in die Welt der Zahlen: Die Alemannia steht nach 25 Spielen auf dem vierten Tabellenplatz. Spitzenreiter Viktoria Köln hat neun Punkte mehr auf dem Konto, allerdings auch ein Spiel weniger absolviert; die Reserven von Dortmund und Gladbach auf den Rängen zwei und drei stehen ebenfalls erst bei 23 bzw. 24 Spielen. Bei neun verbleibenden Spielen für die Alemannia ist da auf dem Papier zwar alles drin. Aber allzu wilde Hoffnungen sollte man sich wohl nicht machen, denn auch „die da oben“ werden weiterhin ihre Punkte sammeln.

Außerdem ist es schwer einzuschätzen, wie stark das Team wirklich ist. Klar, der 2:1-Sieg bei Tabellenführer Viktoria Köln am vergangenen Spieltag macht einem Mut – insbesondere der wütende Jubel der Spieler nach dem Siegtor auf dem Platz und auf der Bank. Da konnte man sehen, welcher Geist in dieser Mannschaft steckt. Aber so stark dieser Auftritt auch war, so schwach waren die Leistungen beim 1:1 gegen Sprockhövel oder zuvor bei der 0:4-Packung beim Bonner SC.

Sprockhövel Alemannia Aachen unentschieden enttäuschung spieler

Bedröppelte Alemannen nach dem 1:1 gegen Sprockhövel.

Man kommt nicht umhin, dieses halbgare Zwischenfazit zu ziehen: In dieser Truppe steckt (wahrscheinlich) das Potenzial, um die Meisterschaft in der Regionalliga West mitzuspielen, auch wenn sie es nicht immer auf den Rasen übertragen kann. Würden nur die Spiele aus der Rückrunde gewertet, stünde die Alemannia heute auf Platz eins. Wer aber ernsthaft an die Tür zur dritten Liga klopfen will, der muss eine ganze Saison lang Topleistungen abliefern, nicht nur gegen die Großen. Futter für das Phrasenschwein, viel schlauer ist man danach auch nicht.

Wie geht es jetzt weiter? Trainer Fuat Kilic hat bereits seinen Abschied nach der Saison angekündigt – vor dem Hintergrund der nicht vorhandenen Planungssicherheit aus seiner Sicht ein nachvollziehbarer Schritt. Laut „transfermarkt.de“ haben nur Tobias Mohr und Daniel Hammel am Tivoli Verträge, die über das Ende der laufenden Saison hinaus gehen. Was wird aus den restlichen 22 Spielern, deren Verträge im Sommer auslaufen? Wer bastelt der Alemannia einen Kader für die nächste Saison? Mit welcher Ambition? Mit welchem Budget? Mit oder ohne Investoren-Geld?

Die Alemannia beendet Ende Mai die Saison mit einem Auswärtsspiel beim 1. FC Köln II. Bis dahin sollte es zumindest auf ein paar dieser Fragen erste Antworten geben. \

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