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Tobias Haitz: „Durch Alemannia die Liebe zum Fußball entdeckt“

Interview

Als Junge stand der Alemannia-Neuzugang selbst auf dem Würselener Wall. Jetzt will er mit dem Team eine Einheit bilden – und über den Kampf ins Spiel kommen.

Tobias Haitz

Interview: Tim Habicht

Tobias, „Happy-Bet-Cup“-Sieger 2016: Was kann man aus diesem Vorbereitungsturnier mitnehmen?

Das war für uns als Mannschaft natürlich eine super Angelegenheit. Wir haben den Fans ein Bild von uns, einer doch relativ neu zusammengestellten Mannschaft gezeigt. Eine Mannschaft, die spielerisch auch phasenweise mit starken europäischen Mannschaften mitgehalten hat. Aber vor allem eine Mannschaft, die kämpft und sich in die Zweikämpfe wirft. Natürlich darf man den Turniersieg nicht überbewerten. Wir sollten die Euphorie aber mit in das erste Meisterschaftsspiel nehmen.

Nach dem Turnier habt ihr den Titel gemeinsam gefeiert. Es schien, als würdet ihr euch als Team sehr gut verstehen und ergänzen. Wie ist die Stimmung in der Truppe?

Ich bin zwar erst seit rund zweieinhalb Wochen in der Mannschaft. Die Truppe ist aber sehr homogen und hält schon jetzt stark zusammen. Jeder gibt auf und neben dem Platz alles für den anderen. Das ist sehr wichtig. Beim „Happy Bet Cup“ hat man gesehen, dass wir eine gute Mischung auf den Platz bringen und sich jeder für den anderen zerreißt.

Der Verein wurde in der vergangenen Saison von Skandalen erschüttert und auch jetzt beschäftigt den Klub bereits wieder viel. Wie stabil seid ihr als Team, um etwaige Ungereimtheiten von Außen zu überstehen?

Ich komme aus der Region, kenne den Verein und die Fans. Deswegen hat mich die Situation der vergangenen Jahre traurig gemacht. Jetzt müssen wir als Team zusammenhalten und frisch in eine neue Saison starten – gemeinsam mit den Fans, dem Umfeld und dem gesamten Team im Hintergrund. Wir müssen eine Einheit werden. Denn das macht diesen Verein aus.

Du kennst die Regionalliga West bereits von Viktoria Köln. Ist es in dieser Liga zentral, um erfolgreich zu sein, dass man als Team auftritt und nicht nur individuell stark ist?

Fußballerisch muss man in der Regionalliga West natürlich auch überzeugen. Meiner Meinung nach kommt es in dieser Liga aber vor allem darauf an, dass man als Team zusammenhält und über den Kampf und die Leidenschaft kommt. Man hat an Lotte gesehen, was man als Einheit erreichen kann in dieser Liga. Die Truppe muss giftig sein und die Tugenden Kampf, Leidenschaft und Wille auf den Platz bringen. Der Rest kommt dann ganz von alleine.

Die gegnerischen Trainer und wohl auch die eigenen Fans haben die Alemannia nicht auf dem Schirm, wenn es um den Meisterschaftskampf geht. Ein Vorteil für euch?

Wir müssen uns erst einmal als Mannschaft den Fans präsentieren und so spielen, dass uns die Alemannia-Fans ins Herz schließen. Der Tivoli muss wieder ein Hexenkessel werden. Dass wir gemeinsam mit den Fans viel erreichen können, hat man bereits am vergangenen Sonntag gesehen. Aber wir müssen alle auf dem Boden bleiben und einfach Gas geben. Dass man das in Aachen sehen will, weiß ich, weil ich als Junge selber auf dem Würselener Wall stand…

Wie war es, als junger Fan die Spiele der Alemannia zu verfolgen?

Das war toll! Ich habe großartige Spiele im Kopf, beispielsweise gegen den FC Bayern München im DFB-Pokal. Da war ich als Balljunge selbst unmittelbar am Spielfeldrand. Zu den UEFA-Cup-Spielen bin ich als Fan gereist und habe auch sonst die Spiele immer hinter dem Tor auf dem Würselener Wall verfolgt. Durch die Alemannia habe ich meine Liebe zum Fußball entdeckt!

Du bist nach neun Jahren wieder zurück in der Heimat. Ein gutes Gefühl?

Ich war immer mit Aachen und der Alemannia verbunden. Hier wohnen viele meiner Freunde. Deswegen ist es auch etwas ganz Besonderes, wieder für diesen Verein zu spielen. Ich weiß wie die Fans ticken und kenne das Gefühl, wenn man die Mannschaft auf der Tribüne anfeuert. Die Liebe zu Alemannia Aachen ist immer bei mir geblieben. Es ist eine Herzensangelegenheit für mich.

Happy Bet Cup Alemannia Aachen

Gut fürs Selbstvertrauen: Alemannia Aachen hat den „Happy-Bet-Cup“ 2016 gewonnen.

Mit NEC Nijmegen hast Du bereits in der niederländischen Eredivisie gespielt. Welche Erfahrungen hast du dort gesammelt und wie möchtest du diese in das Team einbringen?

Das war eine tolle Erfahrung. Den Weg würde ich immer wieder gehen. Ich habe tolle Spiele gegen Feyenoord Rotterdam oder Roda Kerkrade erlebt. Fußballerisch ist die Liga sehr technisch. Auch wenn ich erst 24 Jahre alt bin, habe ich schon durchaus viel Erfahrung gesammelt. Diese möchte ich den jungen Spielern in der Mannschaft vermitteln und ihnen helfen. Mit Nijmegen bin ich aus der Eredivisie abgestiegen und in der folgenden Saison sofort wieder aufgestiegen. Ich kenne also beide Situationen und habe erlebt, wie wichtig es ist, als Team zusammenzuhalten. Wir sind damals abgestiegen, weil wir keine Einheit waren. Nach einer Umstrukturierung innerhalb der Mannschaft und des Klubs sind wir eine Einheit geworden und deswegen aufgestiegen.

In der Innenverteidigung der Alemannia spielen die beiden Brocken Jannik Löhden und Jerome Propheter. Vor allem Propheter zeigte eine starke Leistung im „Happy Bet Cup“ und Löhden war in der abgelaufenen Saison Alemannias bester Torschütze. Siehst du dich zum Saisonstart in der Innenverteidigung oder auf einer anderen Position?

Ich bin flexibel einsetzbar. In der Innenverteidigung, auf der linken Abwehrseite und im defensiven Mittelfeld. Deswegen möchte ich meine Stärken dort einbringen, wo ich aufgestellt werde. Da ich relativ spät in die Vorbereitung eingestiegen bin, muss ich noch etwas an der Fitness feilen. Aber auch wenn ich nicht spiele, will ich der Mannschaft helfen. Man muss immer für das Team da sein, egal ob man spielt, auf der Ersatzbank sitzt oder verletzt ist.

Am Samstag geht es endlich los. Worauf können sich die Fans in Siegen freuen?

Ja, endlich geht es los! Wir freuen uns alle riesig. Jetzt wollen wir uns für die harte Arbeit der Vorbereitung belohnen und gut in Siegen starten. Natürlich am liebsten mit einem Sieg. Wichtig wird aber sein, gegen einen euphorischen Aufsteiger auf allen Ebenen dagegen zu halten und den Kampf anzunehmen. Über den Kampf müssen wir eine Siegermentalität an den Tag legen und gemeinsam mit den Fans antreten. \

LINK: Erdbebensicherung am Tivoli

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  1. Fuat Kilic: „Die Neuzugänge waren schnell integriert“ – Ueberdachte – Alemannia Aachen Fanzine

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