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David Hohs: „Fuat Kilic gewinnt lieber 1:0 als 4:3“

Interview

Ex-Alemannia-Keeper David Hohs verpasste die 3. Liga unter Fuat Kilic knapp. Im Interview spricht er über einen emotionalen Trainer und Karriere-Highlights am Tivoli.

Interview

Interview: Tim Habicht

David, welche Erinnerungen hast du an deine Zeit bei Alemannia Aachen?

Ich habe schöne Erinnerungen an die Alemannia. Dort bin ich Profi geworden und habe in meinem zweiten Profi-Spiel, bei dem ich auf der Bank saß, direkt gegen Köln gewonnen. Ich habe eine tolle Runde im DFB-Pokal mit der Alemannia gespielt und unter anderem das Viertelfinale gegen die Bayern erreicht. Es war eine sehr schöne Zeit. Nicht nur, als ich gespielt habe. Ich mag den Verein und die Euphorie sowie die tollen Fans. Es war immer eine gute Stimmung im Stadion. Zudem durfte ich im alten und im neuen Tivoli dabei sein. Im alten aber leider nicht selber spielen.

Die Runde im DFB-Pokal mit Siegen gegen Eintracht Frankfurt im Elfmeterschießen und dem Viertelfinale gegen die Bayern: Waren das deine bisherigen Karriere-Highlights?

Auf jeden Fall! Ich habe alle meine großen Spiele bei Aachen gemacht. Wir haben Eintracht Frankfurt geschlagen, Mainz 05. Das waren Mannschaften, die in der Bundesliga damals richtig gut standen. Das waren absolute Highlights!

Wie war es, unter Peter Hyballa zu spielen?

Er war ein sehr emotionaler Typ, der den Fußball extrovertiert gelebt hat. Er hat viele Emotionen nach außen getragen, hatte aber auch eine ganz klare Vorstellung von aggressivem Offensivfußball. Er wollte viele Passfolgen und Offensivaktionen. Das kam mir zu der Zeit sehr entgegen, weil er unbedingt einen spielstarken Torwart haben wollte.

Du warst Teil der Abstiegsmannschaft. Was war das für eine Saison?

David Hohs vom Regionalligisten 1.FC Saarbr¸cken am 22.07.2015 beim Fotoshooting in Saarbr¸cken . Copyright: Andreas Schlichter Foto ist honorarpflichtig! ( + Belegexemplar )Das war keine schöne Saison. Zuerst hatte ich gespielt, dann habe ich mich im Abschlusstraining schwer verletzt und musste vier Monate zuschauen. Wir waren in einer richtigen Abwärtsspirale gefangen. Am Ende hatten wir nochmal einen Endspurt hingelegt, der hat aber nicht gereicht. Für mich persönlich war das ein sehr bitterer Abschied. Ich wäre gerne bei der Alemannia geblieben, aber leider haben sich die Wege dann getrennt.

Verfolgst du die Alemannia aktuell noch?

Ich gucke immer mal in die Regionalliga West und kenne selber auch noch Spieler, die bei der Alemannia unter Vertrag stehen. Gegen Frederic Löhe hatte ich in der Jugend immer super Torwartduelle. Er stand bei Mönchengladbach und ich bei Leverkusen auf dem Feld. Mit Daniel Engelbrecht habe ich sogar noch in Aachen gespielt, genauso mit Aimen Demai. Außerdem wohnt Benjamin Auer derzeit ganz in der Nähe von mir. So ganz lässt ein Verein, für den man fünf Jahre gespielt hat, einen natürlich nie los.

Du hast mit Saarbrücken den Drittliga-Aufstieg im Elfmeterschießen verpasst. Was war das für ein Gefühl?

Absolut beschissen… Wir haben ein Jahr lang gearbeitet und gekämpft, eine überragende Saison gespielt und uns für die Relegation qualifiziert. Die Niederlage im Elfmeterschießen war dann einfach nur absolut bitter und die Enttäuschung natürlich riesig.

Der Trainer damals war Fuat Kilic. Was ist er für ein Coach?

(lacht) Er ist ein sehr emotionaler Typ. Als Trainer ist er sehr auf die Defensive und auf Sicherheit bedacht. Er kommt sehr gerne über ein kontrolliertes Angriffsspiel nach vorne. Im Gegensatz zu Peter Hyballa, der lieber 4:3 gewonnen hat, gewinnt Fuat Kilic lieber 1:0 oder 2:0. Das ist uns auch sehr oft gelungen. Wir haben über 50 Prozent der Spiele zu null gespielt. In Saarbrücken hatte er einen schweren Stand, wurde nach dem Abstieg aus der 3. Liga nicht so wertfrei wie in Aachen aufgenommen. Obwohl man sagen muss: Wir haben zurecht viele Punkte geholt und viele gute Spiele gemacht. Wir haben viel über die Einstellung und den Kampfeswillen gewonnen. Das hat auch am Trainer gelegen. Er hat uns viel vermittelt.

Du kennst die Aachener Atmosphäre, du kennst Fuat Kilic. Passt das?

Ja, ich denke, das passt! Fuat Kilic kommt sehr über seine Emotionen. Das passt sehr gut zur Alemannia. Der Tivoli kann immer noch kochen. Eine ähnliche Atmosphäre kennt er aus Saarbrücken.

Wie wäre ein Relegationsspiel zwischen Alemannia Aachen und dem 1. FC Saarbrücken für dich?

Ich würde nicht so gerne gegen Aachen spielen. Lieber würde ich gegen die Alemannia in der 3. Liga spielen. Ich finde, beide Vereine gehören kurzfristig mindestens in die 3. Liga und langfristig in die 2. Bundesliga. Wenn man sich Aachen anguckt – da ist die Infrastruktur komplett vorhanden. Das sind Vereine, die nicht in die Regionalliga gehören. Aber leider ist es sehr schwer, aus dieser Liga wieder herauszukommen. \

LINK: Die Winter-Vorbereitung bei der Alemannia

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