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Taktische Fehler und mangelnde Disziplin

Kommentar

Nicht nur Benbennek und Klitzpera sind schuld an der Krise – auch die Spieler auf dem Feld.

Von Tim Habicht

Sportlich gesehen sind die Abstiegsplätze jetzt näher als die Tabellenspitze. Kontinuierlich kommen weniger Zuschauer zum Tivoli. Und irgendwie verlieren immer mehr treue Alemannia-Fans die Lust an ihrem Herzensverein.

Die Gründe dafür sind nicht nur sportlicher Natur. Der Neustart unter Christian Benbennek nach zwei Spielzeiten in der Regionalliga West mit Peter Schubert als Trainer verläuft bisher mehr als durchwachsen. Die Mannschaft ist verunsichert.

Es ist keine klare Linie festzustellen. Spieler werden schon seit Saisonbeginn auf Positionen eingesetzt, die sie einfach nicht spielen können. Florian Rüter etwa spielte fast ausnahmslos in der Sturmspitze und nicht auf dem Flügel, auf dem er sich so wohl fühlt und auf dem er seine Stärken ausspielen kann.

Jerome Propheter spielte fast ausnahmslos im Mittelfeld und nicht in der Innenverteidigung. Wie stark der ehemalige Bielefelder im defensiven Zentrum war, durfte man im Heimspiel gegen den SC Verl bestaunen.

Zudem wird das Personal immer wieder ausgetauscht und durcheinander gewürfelt. Mal spielt Nils Winter auf der rechten, mal auf der linken Verteidigerposition. Im zentralen Mittelfeld wurden bisher mehrere Varianten und Kombinationen ausprobiert, niemand konnte sich auf dieser wichtigen Position einspielen und aufeinander abstimmen.

Außerdem werden junge Spieler, die bisher kaum beachtet wurden, plötzlich ins kalte Wasser geworfen. Das kann mal gutgehen, wie im Fall von Taku Ito gegen den SC Verl. Aber Tobias Mohr und Tim Lünenbach gleichzeitig in einem wichtigen und schweren Spiel wie gegen den FC Viktoria Köln in die Startelf zu berufen, war dann doch etwas zu viel des Guten. Das Ergebnis kennen alle Aachener. Hier hat sich der Trainer verspielt.

Christian Benbennek muss sich also Vorwürfe auf taktischer Ebene gefallen lassen. Natürlich trugen auch Verletzungen und schwache Leistung ihren Teil dazu bei, dass Benbennek keine Wahl blieb. Dennoch sind manche Wechsel nicht nachvollziehbar. Beispielsweise im Fall Peter Hackenberg, der seit über zwei Jahren für die Alemannia alles gibt und dem man wahrlich nicht vorwerfen kann, nicht professionell zu leben. Warum wurde er von der Startelf auf die Bank beziehungsweise in die zweite Mannschaft verbannt?

Ein weiterer auffälliger Punkt ist, dass der Alemannia-Trainer mit Frederic Löhe, Dominik Ernst und Bastian Müller bereits drei Spieler für jeweils eine Partie suspendiert hat. Alles Spieler, die unter Peter Schubert zum absoluten Mannschaftskern gehörten. Zufall? Wohl eher nicht.

Bei einem Fanabend mit dem Aufsichtsratvorsitzenden Christian Steinborn im Werner-Fuchs-Haus wurden Stimmen laut, dass diverse Spieler in den Nächten vor Regionalliga-Begegnungen dabei gesehen wurden, wie sie in Diskotheken feierten oder beim Training obszöne Gesten hinter dem Rücken von Benbennek machten. Namen wurden nicht genannt. Benbennek soll laut Aussagen diverser Trainings-Kiebize dieses Verhalten nicht durchgehen lassen. Allen voran Spieler, die schon länger bei der Alemannia sind, würden damit aktuell wohl nicht wirklich gut zurecht kommen.

Klar ist, dass in der aktuellen Alemannia-Mannschaft etwas nicht stimmt. Oder wie kann man erklären, dass vom Vizemeister der vergangenen Spielzeit wenige Monate später nicht mehr viel übrig ist? Dass die Spieler, die auf dem Feld den Alemannia-Adler auf der Brust tragen nicht füreinander kämpfen? Trägt daran ausschließlich der in der Kritik stehende Trainer oder der Geschäftsführer Sport, Alexander Klitzpera, die Schuld? Keinesfalls.

Benbennek und Klitzpera haben sicherlich nicht alles richtig gemacht. Aber auch die Spieler müssen jetzt kritisiert werden. Sie tragen eine mindestens genauso große Schuld an der aktuellen Misere. \

LINK: Die Geduld ist verbraucht

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Ein Kommentar zu Taktische Fehler und mangelnde Disziplin

  1. Leider macht auch unsere sportliche Leitung einen mehr als hilflosen Eindruck und läßt kaum Hoffnung, dass sie die Krise meistern könnten.
    Von den hektischen und wenig überzeigend begründeten Suspendierungen, taktischen Fehleinschätzungen und schlechter Kaderzusammenstellung mal abgesehen, vermisse ich vor allem Selbstkritik!!
    Egal ob sportliche Leitung oder Aufsichtsrat: in keinem Statement wird die eigene Rolle in Frage gestellt, sondern die Gründe immer wo anders gesucht: erst bei den Fans dann bei einzelnen Trainern, dann bei einzelnen Spielen dann bei der Mannschaft.
    Auffallend bei allem ist, dass es eigentlich immer Personen betraf, die in der letzten Saison dabei waren und dort zumindest gute Arbeit geleistet haben.

1 Trackback / Pingback

  1. Das große Missverständnis | Ueberdachte – Fußball-Fanzine aus Aachen

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