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Vier Beobachtungen aus dem Spiel gegen Rot-Weiss Essen

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Aachen hat Essen mit 2:0 besiegt. Die Mannschaft scheint einen Schritt nach vorn gemacht zu haben. Aber es gibt auch weiterhin Probleme.

aachen essen erkenntnisse artikelfoto

Von Marcus Erberich

  • Die Mannschaft wächst zusammen

Die Alemannia hat in der Saison 2015/2016 erst 14 Spiele absolviert, trotzdem konnte man als Fan schon drei Gesichter des Teams beobachten. Aus den ersten sechs Spielen holte die Mannschaft fünf Siege und ein Unentschieden. Alles lief gut. Aber nur auf den ersten Blick, denn die Siege beispielsweise gegen den FC Kray und Borussia Dortmund II waren alles andere als fußballerische Glanzstücke.

Es folgte eine Talsohle von fünf Spielen, die kaum frustrierender hätten sein können. Niederlagen gegen Schalke II und Köln II, Rödinghausen und vor allem Wattenscheid 09 offenbarten, dass die Mannschaft noch nicht den Zusammenhalt erreicht hatte, um in der Regionalliga West um den Aufstieg mitspielen zu können. Es hieß, es gebe Grüppchen innerhalb des Teams, die Rede war von den Lagern „Vor-Schubert“ und „Nach-Schubert“.

Die letzten drei Spiele sagten schließlich viel aus über den gegenwärtigen Zustand der Mannschaft. Der 3:1-Sieg gegen den FC Wegberg-Beeck beendete zwar die Negativ-Serie, durfte aber auch nicht zu hoch bewertet werden. Denn – mal ehrlich – gegen Wegberg-Beeck musst du als Alemannia Aachen einfach gewinnen. Das galt grundsätzlich auch gegen Velbert, trotzdem kassierte die Mannschaft dort eine 0:1-Niederlage. Nicht die besten Voraussetzungen, um in das Duell mit Rot-Weiss Essen zu gehen.

Aber gegen Essen präsentierte sich die Alemannia ganz anders. Die Mannschaft trat geschlossen auf, in der zweiten Halbzeit war das besser zu sehen als in der ersten. Die Körpersprache der Spieler war eine ganz andere als noch vor ein paar Wochen – sowohl gegenüber den Gegenspielern als auch untereinander. Ein schönes Zeichen war der Jubel nach dem Tor zum 1:0 durch Aimen Demai. Jeder Spieler auf dem Feld riss die Arme hoch und schrie seine Freude raus – und mehr noch: Auch die Ersatzspieler, die sich hinter dem Tor der Essener warm liefen, stürmten auf den Platz und feierten mit den anderen Spielern. Von Grüppchen war in diesem Augenblick nichts mehr zu sehen.

  • Der neue Abwehr-Verbund findet zueinander

Dass Marcus Hoffmann, der die Alemannia nach der letzten Saison verlassen hat, eine große Lücke in die Defensive reißen würde, war schon im Moment seines Wechsels jedem klar. Er war nicht nur ein für die Regionalliga West herausragender Verteidiger, sondern auch ein Spieler mit Charakter, der die Hintermannschaft zu einem eingeschworenen Haufen machte. Vor allem im Verbund mit Torwart Frederic Löhe war er der wichtigste Stabilisator in der Defensive.

Für ihn wurde Jannik Löhden geholt. Der Hüne erledigt seine Aufgaben in der Abwehr sehr zuverlässig und hat sich vor allem durch seine vier Tore schon um die Alemannia verdient gemacht. Aber der Geist der Abwehr aus dem Jahr 2014/2015 fehlte. Gegen Rot-Weiss Essen konnte man nun beobachten, wie sich die Innenverteidiger Löhden und Peter Hackenberg bei jeder gelungenen Verteidigung mit Frederic Löhe abklatschten, wie sie sich gegenseitig pushten und lautstark anfeuerten.

Was die Defensive der Alemannia in der letzten Saison so stark machte, blitzte gegen Essen erstmals wieder auf: der wütende Wille, jeden zur Schnecke zu machen, der es wagt, sich dem Aachener Tor zu nähern.

  • Aimen Demai gehört in die Startformation

Gegen Wattenscheid und Wegberg-Beeck spielte er gar nicht, gegen Velbert nur für ein paar Minuten. Und gegen Essen? Da war er Kapitän, einer der besten Spieler auf dem Platz und Torschütze des 1:0. Aimen Demai war gegen RWE für die Alemannia nicht nur wegen seines Tores unglaublich wertvoll, sondern auch als Ruhepol und ständige Anspielstation.

Vor allem in Spielen wie gegen Essen, die auch durch Emotionen entschieden werden, ist Demai mit seiner Erfahrung und seinem Gespür für Dynamiken innerhalb der Mannschaft bei der Alemannia nicht zu ersetzen. Es war richtig, ihn gegen Essen von Beginn an spielen zu lassen. Er sollte dieses Vertrauen wieder häufiger zu spüren bekommen.

viktor maier tor gegen essen

Viktor Maier schießt den Ball zum 2:0 ins Tor der Essener.

  • Jetzt nicht alles schönreden

Ja, wir haben gegen Rot-Weiss Essen gewonnen. Ein Dreier zum richtigen Zeitpunkt, ein wichtiges Signal, Balsam für die Stimmung in der Mannschaft und im Umfeld: Alles richtig. Aber man sollte jetzt auch nicht alles schönreden.

Die Niederlagenserie hatte ihre Ursachen, die müssen trotz des Sieges gegen Essen aufgearbeitet werden. Man sollte auch nicht ignorieren, dass vor dem Spiel mit Bastian Müller einer der besten Spieler suspendiert wurde – wohl, weil er nicht die richtige Einstellung an den Tag gelegt hatte. Auch das wird noch Thema sein müssen in der nächsten Woche, zumal vor ihm auch Frederic Löhe und Dominik Ernst schon von Christian Benbennek für ein Spiel suspendiert worden waren.

Und mit Essen wurde zwar ein großer Name besiegt, aber – bei allem Respekt – kein großer Gegner. Vor der Alemannia ist es schon fünf anderen Teams gelungen, Essen zu schlagen. Mit 18 Punkten trennen RWE jetzt nur noch drei Zähler von der Abstiegszone.

Richtig heiß wird es für die Alemannia in wenigen Wochen, wenn direkt hintereinander die Spiele gegen Viktoria Köln und die Sportfreunde Lotte anstehen. Die Ergebnisse dieser Spiele werden wirklich einen Ausblick darauf geben, was die Alemannia in dieser Saison erreichen kann. Essen war nur der Anfang. Was am Samstag begonnen hat, muss jetzt fortgesetzt werden. \

LINK: Antworten, die neue Fragen aufwerfen

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Ein Kommentar zu Vier Beobachtungen aus dem Spiel gegen Rot-Weiss Essen

  1. Sehr guter und sachlicher Bericht. 1900% meine Meinung.

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  1. Kritik unerwünscht | Ueberdachte – Fußball-Fanzine aus Aachen
  2. Zu früh für die Apokalypse | Ueberdachte – Fußball-Fanzine aus Aachen

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