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Aufsteiger, ja. Aufbaugegner? Eher nicht!

TuS Erndtebrück im Check

Nach drei Niederlagen muss die Alemannia gegen Aufsteiger Erndtebrück die Kurve kriegen. Der Gegner ist schlagbar, hat sich aber zuletzt gesteigert.

Von Marcus Erberich

  • Die Mannschaft

In Erndtebrück reiben sie sich wahrscheinlich heute noch die Augen, wenn sie sich in Erinnerung rufen, was da mit dem Fußballklub der 7.000-Seelen-Gemeinde aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein gerade geschieht.

Am Ende der letzten Saison stand der Verein in der Oberliga Westfalen ganz oben und stieg damit in die Regionalliga West auf. Dort heißen die Gegner plötzlich nicht mehr Rheine, Neuenkirchen und Ennepetal, sondern Rot-Weiss Essen, Viktoria Köln – und am Samstag Alemannia Aachen.

Entsprechend den eher gemäßigten Ambitionen des Klubs, sind auch die Namen im Kader größtenteils nichtssagend. Acht Spieler wurden nach dem Aufstieg in die vierte Liga abgegeben, zwölf wurden geholt. Mit durchschnittlich 25,8 Jahren hat Erndtebrück den ältesten Kader der Liga, dicht gefolgt von Verl und Wiedenbrück.

Unter den Neuzugängen befinden sich auch einige Spieler von Regionalliga-Konkurrenten. So wechselte Tim Treude von Essen nach Erndtebrück, Sven Engelke von der Reserve des 1. FC Köln, Marcel Andrijanic und Yannik Jaeschke kamen vom aktuellen Tabellenführer SV Rödinghausen. Alle vier haben schon vor ihrem Engagement in Erndtebrück Erfahrung in der Regionalliga West gesammelt.

  • Die Schlüsselspieler

Aufpassen muss die Alemannia vor allem auf den 25-jährigen Angreifer Laurenz Wassinger. Der gebürtige Essener hat in dieser Saison für den TuS Erndtebrück bereits drei Tore geschossen, darunter ein Doppelpack beim 2:2 seiner Mannschaft gegen Rot Weiss Ahlen am Dienstag.

Ebenfalls dreimal erfolgreich war der erfahrene Japaner Nakai Tokio, zweimal der junge Robin Schmitt, der vor der Saison vom Bonner SC verpflichtet wurde.

Im Kader der Erndtebrücker steht außerdem Tim Treude, den die Lokalpresse vor der Saison als Königstransfer feierte. Der 25-Jährige wurde bei Borussia Dortmund ausgebildet und spielte für die zweite Mannschaft des BVB 56-mal in der dritten Liga. In der letzten Saison spielte er für Rot-Weiss Essen in der Regionalliga West – in 23 Spielen gelang ihm eine Torvorlage. Für Erndtebrück kam Treude bisher nur in einem Spiel zum Einsatz.

  • Der Trainer

Florian Schnorrenberg ist so eine Art Erndtebrücker Urgestein. Der 38-jährige Coach war schon als Spieler für den Klub aktiv, trainierte später die Reserve und übernahm im Sommer 2013 schließlich die erste Mannschaft.

In seiner ersten Saison führte er das Team in der Oberliga Westfalen auf Platz fünf, in der zweiten folgte der Aufstieg in die Regionalliga West. Als sein bevorzugtes System gilt das 4-4-2 mit Doppelsechs, mit ihm an der Seitenlinie hat der TuS Erndtebrück mehr als 50 Prozent seiner Pflichtspiele gewonnen – ein guter Wert.

tivoli

An einen solchen Anblick müssen sich die Spieler aus Erndtebrück erst noch gewöhnen.

  • Die Form

Nach zehn absolvierten Spielen steht der TuS Erndtebrück mit nur sechs Punkten auf Platz 17 in der Tabelle, nur Borussia Dortmund II und der FC Wegberg-Beeck sind noch schlechter. 25 Gegentore sind der zweitschlechteste Wert der Liga; „Spitzenreiter“ in dieser Disziplin ist Wegberg-Beeck – mit schlanken 32 Gegentoren.

Die vielen Gegentore erklären sich vor allem durch zwei Blackout-Spiele der Erndtebrücker: Am ersten Spieltag unterlag die Mannschaft Borussia Mönchengladbach II mit 1:5, beim Gastspiel in Essen stand es am Ende 9:1 aus Sicht der Hausherren.

Allerdings: Elf geschossene Tore sind für einen Aufsteiger ein durchaus beachtlicher Wert – die Alemannia hat ihrerseits nur zwei mehr geschossen. Zudem zeigt die Formkurve des Klubs nach oben, seit zwei Spielen ist die Mannschaft ungeschlagen. Gegen die Sportfreunde Lotte und Rot Weiss Ahlen stand es bei Abpfiff jeweils unentschieden.

  • Unser Fazit

Wenn man sich die Form beider Teams ansieht, spricht vieles für ein Duell auf Augenhöhe. Die Alemannia hat ihre letzten drei Spiele verloren – Erndtebrück ist seit zwei Spielen ungeschlagen. Trotzdem sind die unterschiedlichen Grundvoraussetzungen beider Mannschaften Anlass genug, die Alemannia zum Favoriten für dieses Spiel zu erklären.

Beim Spiel am Samstag wird auch das Publikum eine entscheidende Rolle spielen, denn an große und lautstarke Kulissen sind die Erndtebrücker so kurz nach ihrem Aufstieg in die Regionalliga West noch nicht gewöhnt. Ihr einziges Gastspiel vor einem vergleichbaren Publikum bestritten sie bisher in Essen – und ließen sich dort gleich mal neun Treffer einschenken. \

LINK: Und dann kamen auch noch Pfiffe…

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  1. “Von mir aus auch ein Kacktor” | Ueberdachte – Fußball-Fanzine aus Aachen

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