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Die Alemannia verliert eine Identifikationsfigur

Kommentar

Reiner Plaßhenrich, Ex-Spieler und Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, verlässt die Alemannia im Streit. Ein herber Verlust.

Reiner Plaßhenrich

Von Tim Habicht

Anfang August platzte die Bombe völlig überraschend: Reiner Plaßhenrich kündigte als Leiter des Nachwuchsleistungszentrums (NLZ). Der 38-Jährige ist eine Alemannia-Ikone und Identifikationsfigur des Vereins. In 108 Spielen hielt Plaßhenrich buchstäblich die Knochen für die Schwarz-Gelben hin, spielte in der Bundesliga und im UEFA-Cup.

Auch nach seiner Karriere blieb der bodenständige Plaßhenrich dem Verein erhalten. Als Trainer im Jugendbereich, Co-Trainer bei der ersten Mannschaft und schlussendlich Leiter des NLZ zeigte er auch nach seiner Spielerlaufbahn höchstes Engagement in Aachen. Er war ein Relikt aus der erfolgreichsten Alemannia-Zeit. Eine Erinnerung an die guten alten Tage.

Und er war immer mit Herz und Seele bei Alemannia Aachen – egal, in welcher Position. Ob auf dem Feld als Arbeitsbiene oder als akribischer Trainer an der Seitenlinie. Seine Zeit in Aachen endete jäh nach elf Jahren. Er fühlte sich laut eigener Aussage von Manager Alexander Klitzpera nicht gut behandelt und schmiss hin. Der Plaßhenrich, der auf dem Feld keinen Ball aufgab. Das Tischtuch zwischen Plaßhenrich und Klitzpera, die beide gemeinsam für die Alemannia auf dem Feld standen, muss arg zerrissen sein.

„Ich wollte hier etwas aufbauen, aber unter diesen Umständen geht das nicht“, äußerte sich Plaßhenrich zu seiner Kündigung in der „Aachener Zeitung“. Was genau zwischen Plaßhenrich und Klitzpera passiert ist, das wissen wohl nur die beiden selbst. Deswegen sind Spekulationen darüber müßig.

Fakt ist: Reiner Plaßhenrich ist nicht mehr bei Alemannia Aachen beschäftigt.

Reiner Plaßhenrich

Reiner Plaßhenrich verzichtet auf eine ehrenvolle Verabschiedung.

„Es ist für die Alemannia tragisch, dass sie mit Reiner ein Aushängeschild verloren hat. Reiner wohnt in der Gegend und hat eine Alemannia-Vergangenheit. Dass sie ihn nicht halten können, ist ein großer Fehler. Reiner war für Aachen ein Glücksfall. So einen Glücksfall muss man stärken“, sagt Ex-Spieler Simon Rolfes im exklusiven Gespräch mit Ueberdachte. Das komplette Interview mit ihm wird in Kürze bei uns erscheinen.

Ein Nachfolger als Leiter des NLZ ist mit Dr. Philipp Kaß gefunden. Die Vita des 31-jährigen promovierten Sportwissenschaftlers liest sich beeindruckend. Zuletzt war er Jugendcheftrainer und Sportlicher Leiter der U16- bis U10-Junioren bei Zweitligist Arminia Bielefeld. Zwischen 2010 und 2011 war Kaß als Stützpunktrainer des DFB unterwegs und sammelte Erfahrung bei Austria Wien (Konditions- und U14-Trainer) sowie Drittligist Fortuna Köln (U17-Junioren). Für einen 31-Jährigen ist das schon massig Erfahrung.

Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack. Plaßhenrich war eine Identifikationsfigur, ein leidenschaftlicher Kämpfer und ein Aushängeschild des Vereins. Die Einladung, dass sich „Heini“ bei den Alemannia-Fans verabschieden könne, schlug er aus. „Ich werde mich nicht von Leuten verabschieden lassen, die so mit mir umgesprungen sind, nur damit die ein reines Gewissen haben“, sagt Plaßhenrich. Er wird nicht nur die Alemannia, sondern gleich das Fußball-Business als Ganzes hinter sich lassen. \

LINK: Alemannia Aachen schlägt sich selbst

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Ein Kommentar zu Die Alemannia verliert eine Identifikationsfigur

  1. Peter Sobczak // 26. Dezember 2015 um 11:02 // Antwort

    Man sollte Plaßhenrik so schnell wie möglich zurück holen und Klizpera zurecht stutzen
    Auch als Trainer der ersten Mannschaft wäre eine Alternative.

1 Trackback / Pingback

  1. Simon Rolfes: “Der Alemannia-Nachwuchs bleibt auf der Strecke” | Ueberdachte - Fußball-Fanzine aus Aachen

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