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Zweite Niederlage in Folge: Alemannia Aachen schlägt sich selbst

Kommentar

Die Alemannia hat in Köln mit 1:2 verloren. Das Problem war nicht der Gegner, sondern selbstgemachte Hektik. Die Mannschaft muss jetzt zur Ruhe kommen.

Von Marcus Erberich

Im Interview unmittelbar nach der Niederlage gegen die zweite Mannschaft des 1. FC Köln fand Alemannias Trainer Christian Benbennek noch einmal deutliche Worte.

An Frederic Löhe und Dominik Ernst gerichtet, diktierte er in die Mikrofone, die ihm von den Journalisten unter die Nase gehalten wurden, eine unmissverständliche Botschaft: So, wie ihr euch verhalten habt, schadet ihr der Mannschaft – und so können wir euch nicht gebrauchen!

Wörtlich sagte er: „Es muss sich jeder professionell auf so ein Spiel vorbereiten und alles dafür tun, damit dieser Verein Erfolg hat. Und genau an der Stelle haben wir im Vorfeld des Spiels versagt. Das können sich die zwei Spieler in den Kalender schreiben.“

Was war passiert? Zum Abschlusstraining vor dem Spiel in Köln kamen Frederic Löhe und Domink Ernst unentschuldigt zu spät. Christian Benbennek griff daraufhin hart durch und setzte beide Spieler in Köln auf die Bank. Für Torwart Löhe spielte Neuzugang Philip Sprint, für Rechtsverteidiger Ernst spielte Nils Winter, der ihn auch schon während seiner Rotsperre vertreten hatte.

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Saß in Köln nur auf der Bank: Dominik Ernst (Foto: Joe Gras)

Und trotz der Niederlage und des Torwartfehlers von Sprint beim Treffer zum 1:2, der einzig seiner fehlenden Spielpraxis geschuldet ist, war es die richtige Entscheidung, Löhe und Ernst zu bestrafen. Nicht obwohl die beiden Stammspieler sind. Sondern gerade weil sie Stammspieler sind.

Beide Spieler sind auf dem Platz Leitfiguren für ihre Teamkollegen, für die Fans dienen sie im entscheidenden Maße der Identifikation mit der Mannschaft. Solche Spieler dürfen sich solche Disziplinlosigkeit nicht erlauben. Punkt.

Bei aller gebotenen Härte sagte Benbennek nach dem Spiel aber auch: „Das ändert überhaupt nichts daran, dass Frederic ein hervorragender Torwart ist und dass Dominik ein hervorragender Rechtsverteidiger ist. Und dass beide Spieler sehr wichtig für unsere Mannschaft sind.“

Und weiter: „Es wird noch ein Gespräch geben, dann bin ich der Erste, der so was abhakt. Ich möchte aber nicht, dass die beiden Spieler das abhaken. Ich möchte, dass sie wissen, dass jeglicher Bonus aufgebraucht ist – und jetzt nur noch Vollgas zählt. Und Professionalität.“

Die Tür ist geöffnet, der Teppich ausgerollt. Nun liegt es an Löhe und Ernst, wiedergutzumachen, was sie verbockt haben. Dazu brauchen sie vermutlich „nur“ eine ehrliche Entschuldigung und vorbildliche Einstellung im Training. Benbennek hat angedeutet, nicht nachtragend zu sein.

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Ist in Aachen eine Identifikationsfigur: Frederic Löhe (Foto: Tim Habicht)

Im Ernstfall haben beide „Übeltäter“ schon mehrfach bewiesen, dass sie 100 Prozent für Alemannia Aachen geben. Wer Frederic Löhe beobachtet, wenn er oder seine Vorderleute erfolgreich eine gegnerische Chance entschärfen, der benötigt keine weiteren Beweise. Gleiches gilt für Dominik Ernst, dessen Zweikampfführung und Dynamik alles andere als lustlos wirken.

Christian Benbennek hat auf den Tisch gehauen, das musste er tun. Die Spieler werden bestens verstanden haben, welchen Teil der Abmachung sie nun zu erfüllen haben. Wenn es ein reinigendes Gewitter gibt, gut! Wenn die Angelegenheit sachlich aus der Welt geräumt wird, auch gut!

Entscheidend ist, dass die Mannschaft die beiden Niederlagen gegen Schalke und Köln jetzt abschüttelt – und am Freitagabend gegen Tabellenführer Rödinghausen geschlossen auftritt. Benbennek vermutet, dass es gegen diesen Gegner nicht ums Schönspielen gehen wird, sondern einzig um das nackte Ergebnis.

Das Mittel zum Erfolg wird also der Kampf sein. Die ideale Gelegenheit für Frederic Löhe und Dominik Ernst, sich ihren Kredit beim Trainer Stück für Stück wieder aufzubauen. \

LINK: Nils Winter im Interview

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