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Nils Winter: „Ernst und ich können voneinander lernen“

Interview

Alemannias Rechtsverteidiger wird immer besser. Jetzt kehrt Ernst nach Rotsperre zurück. Winter zeigt sich kämpferisch und selbstbewusst. Vor Magath hatte er Angst.

Interview: Tim Habicht

Nils, wie müde bist du von der englischen Woche?

Man ist schon körperlich sehr müde. Aber weil die Woche für uns sportlich sehr erfolgreich war und wir vor dem Wiedenbrück-Spiel fast eine Woche Pause hatten, geht das. Dazu wurden wir mit Massagen und allem drum und dran wieder fit gemacht.

Wie kriegt man nach so vielen Spielen in so kurzer Zeit den Schwung ins nächste wichtige Heimspiel gegen Schalke?

Man schöpft durch vier Siege in Folge natürlich sehr viel Selbstvertrauen. Außerdem haben wir ein Heimspiel. Da werden uns die Fans unterstützen, damit wir auch das fünfte Spiel in Folge erfolgreich für uns gestalten.

Was ist euer Rezept gegen tief stehende und defensiv spielende Mannschaften?

Gegen solche Gegner müssen wir mit 120 Prozent ins Spiel gehen. Gerade solche Gegner, die am Ende der Saison vermutlich nicht oben in der Tabelle stehen, sind sehr kampfstark. Vereinzelt haben sie aber auch gute Kicker in ihren Reihen, die ein Spiel entscheiden können. Deswegen müssen wir immer mit voller Konzentration in diese Spiele gehen. So, als würden wir gegen Real Madrid spielen.

Dein Debüt im Alemannia-Trikot hast du gleich im Auftaktspiel bei RW Ahlen gefeiert. Im ersten Spiel hattest du auf der ungewohnten linken Abwehrseite noch einige Probleme. War das die Nervosität?

Ich hatte einfach einen schlechten Tag. Ich hatte von Beginn an keine wirklich guten Aktionen. Es ist alles etwas unglücklich gelaufen. Zwar habe ich versucht, mich noch reinzukämpfen, das hat aber nicht richtig funktioniert. Vielleicht hatte es aber auch etwas damit zu tun, dass ich auf der ungewohnten linken Seite gespielt habe.

Du spielst vermutlich häufiger als erwartet in den ersten Wochen. Bis auf das Gladbach-Spiel standest du bisher immer in der Startelf. Wie fühlen sich die ersten Wochen an?

Wenn man den Verein wechselt und bei null beginnt, ist es immer schwer. Aber ich muss sagen, die ganzen Jungs hier haben mich super aufgenommen. Ich fühle mich immer sicherer von Spiel zu Spiel, es läuft super für uns. Die Jungs unterstützen mich sehr.

Mit Dominik Ernst spielt einer der überragenden Alemannen der letzten Saison auf deiner Position. Wieviel Spielzeit rechnest du dir im Duell mit ihm aus?

Ich denke, dass Konkurrenz das Geschäft belebt. Ich werde auf jeden Fall im Training immer 100 Prozent geben und hoffe, dass ich auf einige Spiele in der Saison kommen werde. Und wenn mal ein Spiel dabei ist, wo ich nicht spielen werde und Dodo spielt, dann muss ich mich damit abfinden. Es war von vornherein klar, dass wir mit uns beiden zwei ganz gute Rechtsverteidiger haben und Konkurrenz herrscht.

Was kannst du von Dominik Ernst auf deiner Position und allgemein noch lernen?

Wir können voneinander lernen. Ich bin vielleicht der dynamische Typ, der nach vorne marschiert und etwas schneller ist. Dominik hat etwas mehr Ruhe am Ball. Da ergänzen wir uns.

Du hast beim VfR Neumünster in der vergangenen Saison fast die Hälfte aller Tore vorbereitet. Siehst du deine Stärken in der Offensive?

Wenn sich die Möglichkeit ergibt, mit nach vorne zu gehen, nutze ich sie auch. Ich möchte die Tore natürlich auch vorbereiten und der Mannschaft helfen. Meine primäre Aufgabe als rechter Verteidiger ist aber die Verteidigung. Wir müssen sehen, dass wir zu null spielen.

Wie fällt dein Vergleich zwischen Aachen und Neumünster nach den ersten Monaten aus?

Das ist ein gigantischer Unterschied, das kann man eigentlich nicht vergleichen. Neumünster ist ein sehr kleiner Verein mit wenigen Anhängern und in der Stadt auch nicht wirklich geliebt. Dort sind die Gegebenheiten, die es hier bei einem Traditionsklub wie Alemannia Aachen gibt, nicht gegeben. Jeder in Deutschland kennt Alemannia Aachen und jeder weiß, dass wir in einer höheren Liga spielen müssten. Der Unterschied in Sachen Fans, Stadt und Stadion ist riesig.

Beim VfL Wolfsburg hast du deinen ersten Profi-Vertrag unterschrieben. Was war das für ein Gefühl?

Ein sehr gutes. Unter Felix Magath durfte ich bei den Profis reinschnuppern und öfter bei der ersten Mannschaft mittrainieren. Für die Profis durfte ich einige Testspiele bestreiten und hatte mich ganz gut etabliert. Wenn man so ein Erlebnis hatte, dann weiß man, wofür es sich lohnt, jeden Tag so hart zu arbeiten. Dafür spielt man Fußball.

tivoli

Du kennst Felix Magath aus dem Training der VfL-Profis. Ist er wirklich so ein harter Hund?

Er ist auf jeden Fall so, wie man ihn in der Presse wahrnimmt. Er ist schon der Typ, vor dem man Respekt hat. Er strahlt sehr viel Respekt aus und ist ein Trainer, der auf die Physis setzt. Persönlich hatte ich kein Problem mit ihm, ich bin sehr gut mit ihm ausgekommen. Aber als junger Spieler hatte man auch schon etwas Angst, mit ihm zu reden. (lacht)

Während deiner Wolfsburg-Zeit hast du das Abitur gemacht und eventuell ein Studium angestrebt. Wie sieht es damit aus?

Das Studium war angestrebt, allerdings ist die Karriereplanung im Fußball nicht ganz so gelaufen, wie ich mir das vorgestellt hatte. Deswegen habe ich mir eine kleine Auszeit genommen und das Studium noch nicht angefangen. Es ist aber auf jeden Fall angedacht. Sobald ich mich im höheren Fußballgeschäft etabliert habe, werde ich auch das Studium beginnen, um mir ein zweites Standbein aufzubauen.

In welche Richtung wird das dann gehen?

Ich denke, ich werde beim Sport bleiben und hatte schon immer mit dem Gedanken gespielt, Sportmanagement zu studieren. In der Branche hat man schon viel Erfahrung gesammelt, das ist deswegen ganz passend.

Christian Benbennek meinte im Ueberdachte-Gespräch, dass ihr immer mit viel Freude und Spaß zum Training und ins Spiel gehen sollt. Wie kriegt der Trainer das hin, dass ihr das offenbar pefekt umsetzt?

Das hat viel damit zu tun, dass wir viele Charaktere in der Mannschaft haben, die die Mannschaft zusammenhalten. Wenn man mal während des Trainings aneinander gerät, ist das nach dem Training immer gegessen. Das spricht für den Geist der Mannschaft. Wir haben einen sehr guten Teamgeist. Der Trainer spielt da auch eine sehr wichtige Rolle. Mit ihm kann man viel Spaß haben. Andererseits, wenn das Training anfängt, ist höchste Konzentration gefragt.

Am Dienstag werden euch aller Voraussicht nach rund 10.000 Fans am Tivoli unterstützen. Wie kommt die Atmosphäre auf dem Rasen rüber?

Das ist Wahnsinn und ein Traum! Für solche Momente spielt man Fußball. Wenn man einläuft, die Musik, die Fans und die Hymnen hört… Hat man wie gegen den FC Kray dann eine Phase, wo es nicht ganz so gut läuft, merkt man die Fans und die Wand hinter sich, die einen nach vorne peitscht. Das gibt einem die nötige Kraft, den Sieg doch noch einzufahren. \

LINK: Abstimmung zum Spieler des 7. Spieltages

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