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Ein Gegner, so schlagbar wie schlagkräftig

SC Wiedenbrück im Check

Nach der erfolgreichen englischen Woche bekommt es die Alemannia mit dem SC Wiedenbrück zu tun: Einer grauen Maus, die großen Schaden anrichten kann.

Von Marcus Erberich

  • Die Mannschaft

Manche Dinge kann man nicht nett formulieren. Egal, wie viel Mühe man sich damit gibt. So ein Fall ist auch die Mannschaft des SC Wiedenbrück. Denn wie man seine Wörter auch dreht und wendet, am Ende steht immer das Fazit: Wiedenbrück ist graues, ödes Mittelmaß in der Regionalliga West. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Der Kader des Fusionsklubs, der im Jahr 2000 gegründet wurde, umfasst 26 Spieler, das Durchschnittsalter beträgt 25 Jahre und ist damit vergleichsweise hoch. Eine handvoll Spieler schnürten mal für die Jugend- oder Reserveteams von Bundesligisten die Schuhe, davon abgesehen ist der Stallgeruch des großen Fußballs in Wiedenbrück nicht zu vernehmen.

Im Vergleich zur letzten Saison, die der Klub mit sechs Punkten Vorsprung bis zur Abstiegszone auf Platz zwölf beendete, dürfte die Qualität im Kader aber durchschnittlich leicht gestiegen sein. Elf Spieler haben den Verein verlassen, darunter auch Ex-Alemanne Timmy Thiele, den es zu Burton Albion in die dritte englische Liga zog.

Im Gegenzug holte Wiedenbrück neun Neue – und bediente sich dabei unter anderem in den U19-Abteilungen von Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen sowie in den Zweitvertretungen von Werder Bremen und dem VfL Bochum. Außerdem kamen Ismail Samanci, Sebastian Spinrath und Stipe Batarilo von den Regionalliga-West-Konkurrenten SC Verl, Viktoria Köln und Sportfreunde Lotte.

  • Die Schlüsselspieler

In den ersten sechs Saisonspielen des SC Wiedenbrück hat sich der linke Mittelfeldspieler Kamil Bednarski als besonders gefährlich hervorgetan. Drei von insgesamt sechs Toren seiner Mannschaft gehen allein auf sein Konto.

Zweitbester Torschütze der Wiedenbrücker ist der offensive Mittelfeldakteur Massih Wassey mit zwei Treffern, er hat zudem noch ein weiteres Tor vorbereitet.

Mittelstürmer Aleksandar Kotuljac hat zwar erst einmal getroffen, auf ihn wird die Verteidigung der Alemannia aber immer ein Auge haben müssen: Der 33-Jährige hat in seiner Laufbahn 58 Zweitligaspiele, 38 Drittligaspiele und bisher 81 Spiele in der Regionalliga absolviert – er verfügt also über massig Erfahrung, mit der er auch die aktuell stärkste Abwehr der Liga vor Probleme stellen kann.

  • Der Trainer

Der 53-jährige Alfons Beckstedde geht mit dem SC Wiedenbrück gerade in seine zweite Saison. Von bisher 44 Pflichtspielen unter seiner Regie gewann Wiedenbrück 15, elf endeten unentschieden und 18-mal unterlag die Mannschaft.

In den bisherigen sechs Saisonspielen schickte er seine Mannschaft jeweils in einer 4-2-3-1-Formation aufs Feld, unabhängig von der Stärke des Gegners. Auf diese Taktik werden sich voraussichtlich auch Christian Benbennek und sein Team einstellen können.

mannschaftskreis

  • Die Form

Sechs Spiele, ein Sieg, eine Niederlage, vier Unentschieden. Die aktuelle Form des SC Wiedenbrück ist – schon wieder dieses Wort – mittelmäßig.

Die Mannschaft scheint den Minimalismus als Marschroute ausgegeben zu haben, denn für Torfestivals sind die Wiedenbrücker bisher nicht gerade bekannt: Den sechs erzielten Toren stehen nur vier Gegentore gegenüber – das sind nur zwei mehr als bei der Alemannia. Diese Abwehr zu knacken, wird ganz sicher keine leichte Aufgabe.

Vorsicht ist zudem geboten, denn lässt man den SC Wiedenbrück in Fahrt kommen, dann kann auch diese Mannschaft hart zuschlagen. Zu spüren bekam das Rot-Weiss Essen am ersten Spieltag der neuen Saison. Im eigenen Stadion unterlagen die Essener, die wegen einer roten Karte für Obst eine Halbzeit lang zu zehnt spielen mussten, am Ende mit 0:3. Alle drei Tore fielen nach der 81. Minute. Die Torschützen waren die oben genannten Kotuljac und Kamil Bednarksi mit einem Doppelpack.

  • Unser Fazit

Die Alemannia sollte gegen den SC Wiedenbrück mit breiter Brust auftreten. Mit dem guten Saisonstart im Rücken, noch dazu unter Flutlicht und vor heimischem Publikum, darf man dem Gegner von Anfang an nicht den Hauch einer Chance lassen.

Theoretisch. Aber der SC Wiedenbrück wird vor dem eigenen Tor Beton anrühren und auf Konter warten – wenn es sein muss, bis zum Abpfiff. Deshalb wird neben einer breiten Brust auch ein dicker Geduldsfaden nötig sein.

Was passieren kann, wenn dieser reißt, zeigt das Beispiel Essen. Aber dass die Mannschaft der Alemannia mit solchen Stresssituationen mittlerweile umgehen kann, zeigt der 1:0-Sieg in Dortmund, als es ebenfalls darauf ankam, sich nicht von einer drohenden Nullnummer aus der Ruhe bringen zu lassen. \

LINK: Wer war Euer Spieler des Spiels gegen Dortmund II?

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