Neueste Beiträge:

Fünf Spiele, fünf Erkenntnisse: Der Saisonstart bei Alemannia Aachen

Liste

Die Alemannia ist stark in die Saison gestartet und steht auf Platz drei. Aber es gibt auch Probleme. Eine erste Bilanz.

Von Marcus Erberich

  • Beste Abwehr der Liga

Zwei Gegentore aus fünf Spielen: Die Abwehr der Alemannia ist – wie in der Vorsaison – die beste der Regionalliga West.

Der Abgang von Marcus Hoffmann nach Rostock wurde offensichtlich ohne Qualitätsverlust abgefedert. Das ist auch das Verdienst von Sportdirektor Alexander Klitzpera.

Zum Vergleich: Nach fünf Spielen in der letzten Saison hatte die Mannschaft „schon“ vier Gegentore kassiert. Die Defensive, das deutet sich in der frühen Phase der Saison 2015/2016 an, könnte erneut zur Galionsfigur der Alemannia werden.

  • Ladehemmungen im Sturm

Nicht ganz so rund wie in der neu formierten Abwehr der Alemannia läuft es im Sturm. Auch hier gab es personelle Veränderungen. Und nach fünf Spielen muss man feststellen: Noch ist die Speerspitze des Aachener Spiels zu stumpf, um den Gegner vor nennenswerte Probleme zu stellen.

Keins der acht Tore, die die Alemannia im bisherigen Saisonverlauf geschossen hat, geht auf die Konten der nominellen Stürmer im Kader. Allein vier Tore schoss Innenverteidiger Jannik Löhden, jeweils zwei Tore erzielten die Mittelfeldakteure Aimen Demai und Bastian Müller.

Sowohl Neuzugang Philipp Gödde als auch Viktor Maier stehen bislang mit leeren Händen da. Ebenso der offensive Mittelfeldspieler Fabian Graudenz, der in der letzten Saison mit 14 Treffern Aachens bester Torschütze war.

Jannik Löhden trifft zum 1:0 gegen den FC Kray

Jannik Löhden trifft zum 1:0 gegen den FC Kray

  • Neuzugänge tragen Verantwortung

Elf neue Spieler sind im Sommer zum Team der Alemannia gestoßen, nur zwei davon kommen aus der eigenen Jugend oder der Reservemannschaft. Und schon jetzt, nach gerade mal fünf Spielen, sind einige Neuzugänge zu Leistungsträgern geworden.

In der Innenverteidigung ist Jannik Löhden neben Peter Hackenberg nicht mehr wegzudenken – auch wegen seiner vier Tore, ohne die der Saisonstart der Alemannia wohl gehörig in die Hose gegangen wäre. Linksverteidiger David Vrzogic, der von Dynamo Dresden nach Aachen gewechselt ist, wurde auf Anhieb zu einer wichtigen Stütze in der Defensive, dasselbe gilt für Jerome Propheter.

Im Mittelfeld stand Florian Rüter in allen fünf Saisonspielen in der Startformation; Timo Staffeldt war mit Ausnahme der ersten beiden Saisonspiele, in denen er von der Bank kam, jeweils über die vollen 90 Minuten auf dem Feld – gegen Oberhausen, Kray und Dortmund.

Die Neuzugänge haben die Qualität des Kaders verbessert – auch in der Breite ist die Mannschaft dieses Jahr mit hochwertigen Spielern besetzt. So kommt es, dass zum Beispiel Dennis Dowidat, der in Aachen zwei Jahre lang Stammspieler war, dieses Jahr um seine Rolle im Team kämpfen muss.

  • Starke Nerven

Gegen Ahlen hielt die Alemannia eine knappe 1:0-Führung durch ein Tor von Jannik Löhden mehr als 80 Minuten – und gewann am Ende knapp, aber verdient. Gegen Gladbach wäre das auch beinahe gelungen, hätte nicht Rodriguez wenige Minuten vor dem Abpfiff den Ausgleich für die Fohlen erzielt. Der Sieg gegen Oberhausen war zu keinem Zeitpunkt ernsthaft in Gefahr.

Gegen Kray wurde erneut ein Löhden-Treffer beinahe über die gesamte Spieldauer verteidigt – wenn auch zum Ende hin mit etwas Glück. Und gegen ein miserabel in die Saison gestartetes Dortmund ließ sich die Mannschaft nicht dadurch verunsichern, dass es lange Zeit nur 0:0 stand, bis Aimen Demai eine Viertelstunde vor dem Abpfiff den Siegtreffer erzielte.

Das zeigt: Die nervliche Belastungsgrenze der Alemannia in der Saison 2015/2016 scheint höher zu liegen, als das noch im Vorjahr der Fall war. Freilich ist das Spekulation, insbesondere Kray war dem Ausgleichstor auf dem Tivoli näher als die Alemannia dem 2:0. Aber sollte sich die Vermutung bewahrheiten, könnte die neue Nervenstärke vor allem am Ende der Saison zu einem nicht zu unterschätzenden Vorteil werden.

  • Gedränge an der Spitze

Nach fünf Spielen ist es noch zu früh, um irgendwelchen Vereinen in der Regionalliga West Aufstiegsambitionen anzudichten. Aber eine alte Fußballphrase sagt: Die Tabelle lügt nicht. Und an der Spitze dieser Tabelle stehen derzeit nicht etwa Borussia Mönchengladbach II oder Viktoria Köln, sondern der SV Rödinghausen und die Sportfreunde Lotte vor der Alemannia auf Platz drei.

Und den Blitzstart des SV Rödinghausen mit Anfängerglück abzutun, wird der Sache nicht im Ansatz gerecht. Am Ende der Vorsaison stand Rödinghausen als Aufsteiger auf einem respektablen achten Platz, am Wochenende schlug die Mannschaft den chronischen Aufstiegsaspiranten FC Viktoria locker-flockig mit 4:2. So schwer es einem auch über die Lippen geht: Mit Rödinghausen ist zu rechnen.

Und weil im Verlauf der Saison auch die üblichen Verdächtigen ihren Anspruch auf die Tabellenspitze geltend machen wollen – Gladbach, Essen, Oberhausen und die Alemannia -, muss man davon ausgehen, dass das Hauen und Stechen vor dem Nadelöhr in die dritte Liga in diesem Jahr intensiver ausfallen könnte als im Vorjahr. \

LINK: Wer ist Euer Spieler des 6. Spieltags?

Advertisements

1 Trackback / Pingback

  1. Es müllert wieder in Aachen | Ueberdachte - Fußball-Fanzine aus Aachen

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: