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Dennis Dowidat: „Oberhausen ist nicht unser Lieblingsgegner“

Interview

Vor dem Spiel bei Rot-Weiß Oberhausen spricht Dennis Dowidat über seine Aufstiegs-Kandidaten, seine Rolle im Team und Profi-Bedingungen am Tivoli.

Interview: Marcus Erberich

Dennis, im ersten Saisonspiel gegen Ahlen hat Trainer Christian Benbennek dich auf der Bank sitzen lassen. Hat dich das gewurmt?

Jeder Fußballer will von Anfang an spielen. Jetzt, wo ich ein gewisses Alter habe und schon länger im Verein bin, ist das mein Anspruch. Natürlich wurmt es mich dann, auf der Bank zu sitzen – und stellt mich nicht zufrieden.

War es eine taktische Maßnahme, dich auf der Bank zu lassen? Oder hatte das andere Gründe?

Das ist schwer zu beurteilen. Ich hatte am Anfang der Vorbereitung wieder Verletzungsprobleme. Dadurch kam ich nicht richtig in meinen Rhythmus. Ich habe keine super Vorbereitung gespielt, fand aber auch nicht, dass die Vorbereitung sehr schlecht war. Am Ende ist es die Entscheidung des Trainers, wen er aufstellt, Taktik hin oder her. Tatsache ist: Ich saß draußen – und will im Allgemeinen immer spielen.

Im zweiten Spiel gegen Gladbach hast du dann 90 Minuten lang durchgespielt. Müsst ihr Spieler euch generell auf mehr Rotation einstellen?

Das kann gut sein. Man kann die Situation in Aachen auch nicht mehr mit der Situation vor zwei Jahren vergleichen, als ich neu hergekommen bin. Damals hatten wir keinen breiten Kader, das hat sich jetzt geändert. Durch den zweiten Platz im letzten Jahr sind wir wieder attraktiv für gute Spieler geworden. Wir haben einen guten, breiten Kader. Da kann es schon mal passieren, dass man draußen sitzt, das gehört zum Geschäft dazu. Schließlich bin ich nicht der Einzige, der ungern auf der Bank sitzt…

Gegen Gladbach habt ihr lange geführt, dann aber spät noch den Ausgleich kassiert. Kann man sich über so einen Punkt überhaupt freuen?

Das kommt immer darauf an, wie so ein Spiel läuft. In der ersten Halbzeit haben wir nicht gut gespielt, sind nur hinterher gelaufen. Dann sind wir glücklich in Führung gegangen und mussten in der zweiten Halbzeit einfach den Sack zumachen. Das wären drei wichtige Punkte gewesen, obwohl wir nicht überragend gespielt haben. Auch für das Selbstvertrauen wäre es wichtig gewesen, zu wissen: Hey, da geht noch mehr, und trotzdem haben wir Gladbach geschlagen. Deshalb ist es ärgerlich, dass wir noch den Ausgleich bekommen haben.

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Du hast die Mannschaft der Borussia erlebt: Wird Gladbach dieses Jahr wieder die Spitze angreifen?

Gladbach wird definitiv wieder oben mitspielen. Ich kenne die Jungs ja selber noch gut, war acht Jahre lang da, mit Giuseppe Pisano spielt mein bester Freund dort. Die haben eine super Mannschaft und kaum Spieler abgegeben. Aber ob sie wieder auf Platz eins landen, ist schwer zu sagen, weil die Dichte an der Spitze noch höher ist als letztes Jahr.

Welche Mannschaften werden denn außer der Borussia oben mitspielen?

Natürlich Viktoria Köln, deren Ziel ist wieder der Aufstieg – und bei deren Verpflichtungen muss er das auch sein. Dann Oberhausen, die letztes Jahr schon eine gute Runde gespielt haben. Rot-Weiss Essen, die immer den Anspruch an sich selbst haben, oben dabei zu sein. Ich weiß nicht, was Dortmund II will als Absteiger – aber die haben auch eine gute Jugendabteilung. Dann hast du uns, wir wollen natürlich auch oben mitmischen. Und eine Überraschungsmannschaft ist immer mit dabei, ich schätze Rödinghausen stark ein.

Wie schätzt du die Qualität der Alemannia im Vergleich zur Vorsaison ein?

Wir haben schon wichtige Spieler verloren, das darf man nicht vergessen. Vor allem haben wir Persönlichkeiten verloren, dafür aber neue Persönlichkeiten dazu bekommen. Ich glaube, dass wir gut aufgestellt sind, vielleicht sogar ein bisschen besser als letztes Jahr. Aber so etwas muss sich im Verlauf der Saison zeigen. Nach zwei Spielen ist das schwer zu sagen. Man merkt, dass die Mannschaft will, dass der Teamgeist wieder hervorragend ist, aber es braucht seine Zeit, um neue Spieler zu integrieren. Der Kader ist jedenfalls sehr gut zusammengestellt.

Vier Punkte aus zwei Spielen: Würdest du sagen, dass ihr gut in die Saison gestartet seid?

Ein erstes Fazit kann man vielleicht nach fünf oder sechs Spielen ziehen. Damit tue ich mich jetzt schwer. Am Samstag kommt mit Oberhausen ein schweres Spiel auf uns zu. Aber man muss auch sehen – egal, wie es am Samstag ausgeht -, dass wir nach drei Spielen Gladbach und Oberhausen hinter uns haben. Das sind zwei Favoriten.

Gegen Gladbach hast du im linken Mittelfeld gespielt. Wenn du es dir aussuchen dürftest: Auf welcher Position würdest du am liebsten spielen?

Ich denke, dass ich am stärksten in der Mitte bin. Aber ich kenne es ja schon, dass ich fast überall eingesetzt werde, das war unter Peter Schubert auch schon so. Es ist für mich nicht wirklich relevant, auf welcher Position ich spiele. Ich kann im Mittelfeld eigentlich alles spielen. Solange ich spiele, ist mir die Position eigentlich relativ egal.

Du gehst jetzt mit der Alemannia in deine dritte Saison. Wie haben sich Mannschaft und Umfeld während dieser Zeit entwickelt?

Enorm! Im ersten Jahr, als ich hier ankam, waren beim ersten Training mehr Probespieler als Vertragsspieler. Das war eine schwere Zeit. Jetzt haben wir klare Strukturen, einen professionellen Ablauf, als Spieler musst du dich um wenig selbst kümmern. Das sind Bedingungen, die in der vierten Liga nichts verloren haben. Da sind wir viel weiter, als es noch vor zwei Jahren war. Das Stadion, die Fans: Das findest du ja nirgendwo sonst in dieser Liga – selten sogar in der dritten Liga.

Dein Vertrag in Aachen läuft noch bis 2017. Was sind deine Ziele für diese Zeit?

Ich will gesund bleiben, das ist die Grundvoraussetzung für alles. Dann möchte ich so oft es geht spielen. Ich war in den letzten zwei Jahren Stammspieler und möchte das auch dieses Jahr wieder werden. Ich will es dem Trainer so schwer wie möglich machen, mich noch mal auf die Bank zu setzen. Ich will Verantwortung übernehmen, das habe ich letztes Jahr schon gesagt. Ich bin mit 25 Jahren mittlerweile auch schon einer der älteren Spieler, habe über hundert Spiele in der Regionalliga bestritten. Ich will voran gehen und meine Leistung konstant abliefern.

Am Samstag steht Oberhausen auf dem Programm – auf was für ein Spiel stellt euch Christian Benbennek im Training ein?

Oberhausen ist nicht unser Lieblingsgegner. Wenn man die letzten zwei Jahre sieht, in denen ich mit Aachen gegen Oberhausen gespielt habe, dann haben wir noch kein einziges Tor geschossen. Die letzten drei Spiele haben wir 0:0 gespielt. Das zeigt, dass es immer sehr enge Spiele waren. Oberhausen hat eine erfahrene und eingespielte Mannschaft, die vielleicht nicht schön spielt, aber so wie wir noch ungeschlagen ist. Am Samstag werden Kleinigkeiten entscheiden. Aber so, wie ich unsere Mannschaft einschätze, bin ich mir sicher, dass wir am Samstag mehr wollen als Oberhausen. Das wird neben unserer spielerischen Qualität den Ausschlag geben. \

LINK: Jannik Löhden im Interview

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