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Ein Schuss, ein Tor, Alemannia?

Qualität im Angriff

Zwölf Spieler gehen, neun kommen: Auch im Sturm hat sich die Personalsituation bei der Alemannia verändert. Wie gefährlich wird die Offensive in der neuen Saison?

Von Marcus Erberich

Nein, es ist nicht immer fair. Aber während über Verteidiger und Mittelfeldspieler oft mit Vokabular wie „Laufbereitschaft“, „Zweikampfstärke“ und „Führungsqualität“ diskutiert wird, zählt in der Debatte um die Qualität eines Stürmers nur eine Währung: Tore.

Und auf dem Gebiet haben die waschechten Stürmer der Alemannia in der kommenden Saison etwas gutzumachen. Immerhin war es in der letzten Saison Fabian Graudenz, ein offensiver Mittelfeldspieler, der sich die Krone für den besten Torschützen des Vereins aufsetzen durfte.

Das Personal, das aktiv an der Mission Wiedergutmachung teilnehmen wird, hat sich im Vergleich zur letzten Saison allerdings verändert: Gleich fünf offensive Akteure verlassen die Alemannia. Die offensiven Mittelfeldspieler Domagoj Duspara und Florian Abel wechseln den Verein, ebenso die Flügelspieler Sebastian Wirtz und Rafael Garcia. Und Mittelstürmer Kevin Behrens schließt sich dem Ligakonkurrenten Rot-Weiss Essen an.

Was das Zählbare angeht, nämlich die Tore, wirkt vor allem der Weggang von Behrens zunächst wie ein erheblicher Verlust: In 28 Spielen für die Alemannia schoss er acht Tore – darunter auch das wichtige Siegtor gegen seinen neuen Arbeitgeber. Hinzu kamen sieben Torvorlagen. Es wird die Aufgabe seiner Kollegen sein, diese Lücke adäquat oder besser zu füllen.

Kleines Foto Viktor Maier Alemannia Aachen Ueberdachte

Foto: Joe Gras

Einen großen Teil dieser Verantwortung wird zum Beispiel Viktor Maier übernehmen müssen. Der 25-jährige Stürmer, der im Winter zur Mannschaft gestoßen ist, schoss in seinen bisher 15 Spielen in der Regionalliga West sechs Tore und bereitete drei Treffer vor. Erlauben wir uns einmal diese Milchmädchenrechnung: Hochaddiert auf eine ganze Saison ergäbe Maiers Ausbeute mindestens zwölf Tore und sechs Vorlagen.

Aber auch für Sahin Dagistan könnte der Personalwechsel die Chance beinhalten, demnächst wieder mehr spielen zu dürfen. In seinen 19 Ligaspielen für die Alemannia kam er auf vier Tore; vor allem in der zweiten Saisonhälfte spielte er unter Trainer Peter Schubert aber keine echte Rolle mehr.

Zudem hat die Alemannia nicht fünf Offensivspieler ziehen lassen und tatenlos dabei zugesehen, wie sie ihren Spind räumen: Drei neue Spieler für den Angriff haben einen Vertrag am Tivoli unterschrieben – bisher. Zwei dieser Spieler mussten zur Vertragsunterschrift nicht erst lange anreisen: Linksaußen Felix Korb rückt aus der zweiten Mannschaft in das Regionalliga-Team auf, der offensive Mittelfeldspieler Shpend Hasani aus der U19. Vom FC Kray wechselt zudem Mittelstürmer Philipp Gödde nach Aachen.

Der Reihe nach: Felix Korb stand in der abgelaufenen Saison in 21 Spielen für Alemannia II auf dem Platz, dabei erzielte er drei Tore. Der 20-Jährige spielt seit zweieinhalb Jahren für die Alemannia, nebenher absolviert er beim Verein eine Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann. Der 19-jährige Shpend Hasani wurde in Heinsberg geboren – zu den Profis der Alemannia stößt er mit der Empfehlung von 33 Toren in 25 Spielen in der A-Junioren-Mittelrheinliga. Zum zweiten Mal in Folge sicherte er sich damit die Torschützenkanone.

Und Gödde? Der heute 21-Jährige wurde in der Jugend des FC Schalke 04 ausgebildet. Es folgten Stationen in Wilhelmshaven und bei Schwarz-Weiß Essen, bevor er 2014 zum Regionalliga-Aufsteiger FC Kray wechselte. Für den Essener Stadtteil-Klub schoss Gödde in 32 Spielen fünf Tore und bereitete zwei Treffer vor.

Das klingt zwar nicht gerade nach einer Hammer-Ausbeute, aber man muss dabei berücksichtigen, dass Kray die ganze Saison lang gegen den Abstieg gespielt hat, was meistens eine defensive Spielweise verlangt. Und Alemannias Sportdirektor Alexander Klitzpera hält große Stücke auf den 1,92-Meter-Mann. Auf der offiziellen Vereinswebsite wird er zitiert: „Mit Philipp bekommen wir einen großen und schnellen Stürmer. Er hat in der Nachwuchsabteilung des FC Schalke 04 unter Norbert Elgert eine hervorragende Ausbildung genossen. Ich habe Philipp seit 2013 beobachtet und wir sind von seinem Potential überzeugt.“

Der Sturm der Alemannia für die Saison 2015/2016 wird dem Sturm aus der Vorsaison qualitativ in nichts nachstehen. Im Gegenteil: Er hat sogar die Chance, noch gefährlicher zu sein. Dazu müssen vor allem die Mittelstürmer ihren Riecher für die Schwächen der gegnerischen Abwehr beweisen. Als Teil einer offensiv agierenden Alemannia werden sie oft genug die Chance haben, es im Kasten des Gegners klingeln zu lassen. Und dann werden wir ja sehen, ob am Ende der Saison wieder ein Mittelfeldspieler die Krone aufhaben wird. \

LINK: Wird die beste Abwehr der Liga noch besser?

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