Neueste Beiträge:

Wie gut ist Propheter als Hoffmann-Ersatz?

Neuer Innenverteidiger im Check

Marcus Hoffmann geht, Jerome Propheter kommt: In der Innenverteidigung der Alemannia findet eine Wachablösung statt. Aber ist Hoffmann überhaupt zu ersetzen?

Von Marcus Erberich

Gardemaß

Marcus Hoffmann strahlte in der Aachener Innenverteidigung immer eine erhabene Souveränität aus. Wegen seiner Beidfüßigkeit konnte er gegnerische Pässe und Schussversuche links wie rechts zuverlässig abfangen. Und auch bei hohen Bällen musste man sich wegen seiner Scheitelhöhe von 1,87 Metern nie wirklich Sorgen machen. In 49 Regionalliga-Spielen erzielte Hoffmann zudem vier Tore für die Alemannia.

Jerome Propheter ist mit 25 Jahren knapp drei Jahre jünger als Marcus Hoffmann (Hoffmann wird im Oktober 28) – was nicht unbedingt ein Nachteil sein muss. Allerdings ist er im Gegensatz zu Hoffmann nicht beidfüßig, sondern Rechtsausleger. Eine Disziplin, in der Propheter seinem Vorgänger aber überlegen sein dürfte, ist das Kopfballspiel: Mit 1,92 Metern und einer recht beeindruckenden Schulterspannweite ist der gebürtige Kölner ein Vertreter dieser Fraktion von Abwehrspielern, die in der Sportberichterstattung gerne als „Baum“ bezeichnet werden.

Jerome Propheter

Jerome Propheter kommt von Arminia Bielefeld. Foto: Screenshot

Spielerpass

Marcus Hoffmann begann mit dem Fußballspielen beim VfL Nauen, von wo aus er 2002 in die Jugendabteilung des FC Energie Cottbus wechselte. Dort durchlief er B- und A-Jugend sowie die U23-Mannschaft. Über die zweite Mannschaft des FC Carl Zeiss Jena kam Hoffmann 2008 schließlich zum VFC Plauen in die Regionalliga, wo er in 61 Spielen eingesetzt wurde.

Zwei Jahre später folgte der Wechsel zum Drittligisten SV Babelsberg. Der „Kicker“ kürte Hoffmann zu einem von zwei „herausragenden Innenverteidigern“ – die Rückrunde verpasste er fast komplett wegen eines Mittelfußbruchs. Nach einer kurzen Episode bei RB Leipzig landete er schließlich bei Alemannia Aachen.

Jerome Propheter fing bei der SpVgg Porz-Gremberghoven mit dem Fußball an, weitere Stationen in der Jugend waren der SV Deutz 05 und der SCB Viktoria Köln. Im Seniorenbereich startete Propheter seine Laufbahn beim FC Junkersdorf in der Mittelrheinliga; 2011 wurde er mit dem Verein Meister. Direkt im Anschluss folgte die Fusion des FC Junkersdorf mit dem neu gegründeten FC Viktoria Köln, der den Startplatz in der NRW-Liga erhielt.

Mit dem Fusionsklub stieg Propheter 2012 in die Regionalliga West auf, ein Jahr später wechselte er zu Arminia Bielefeld. Dort wurde er in der Hinrunde nur in der Reserve eingesetzt. Um Spielpraxis zu sammeln, lieh der Verein ihn für die Rückrunde an Rot-Weiss Essen aus, wo er zum Leistungsträger wurde. Im Sommer 2014 kehrte er nach Bielefeld zurück, in der abgelaufenen Saison kam er dort zu zwei Einsätzen in der dritten Liga. Wegen eines Mittelfußbruchs fiel er in der Rückrunde lange aus.

Kämpferherz

Marcus Hoffmann ist auf dem Platz ein Leitwolf für seine Teamkollegen und eine Identifikationsfigur für die Fans auf den Rängen. Kein Wunder, dass er in Aachen nach nur anderthalb Jahren zum Publikumsliebling geworden ist! Die Fans sehen in ihm genau das, was sie in der Regionalliga West sehen wollen: einen Spieler mit Kämpferherz und dem unbedingten Willen, Spiele zu gewinnen. Und ja, dabei helfen ihm auch diese gottverdammten O-Beine, die man sonst nur auf morastigen Ascheplätzen in der Kreisliga zu sehen bekommt.

Jerome Propheter wird sich in der Mannschaft erst einmal zurechtfinden müssen. Die neuen Kollegen, der Tivoli mit seinen Fans – all das sind Faktoren, an die er sich gewöhnen muss, bevor er auch nur daran denken kann, die Leitwolf-Funktion von Marcus Hoffmann einzunehmen. Es wird bei ihm darauf ankommen, schon zu Beginn der Saison einen gefestigten Eindruck zu hinterlassen – der Rest kommt dann im zweiten Schritt.

Fazit

Sportlich hat Jerome Propheter das Potenzial, Marcus Hoffmann adäquat zu ersetzen. Er hat zwar weniger Erfahrung als Hoffmann, aber das liegt vor allem daran, dass er drei Jahre jünger ist. Körperbau und Athletik des 25-Jährigen sind durchaus vielversprechend. Oder um es in der Sprache der Fußballfans zu sagen: Dat is’n Brecher!

Die größere Lücke, die Marcus Hoffmann durch seinen Wechsel hinterlässt, ist die in den Köpfen der Spieler und Fans. Hoffmann war der Kitt in den Fugen der Aachener Defensive. Er hat Kommandos gegeben und durch seine Körpersprache die Gangart vorgelebt. Es wird nicht leicht sein, diese Funktion neu zu besetzen.

Immerhin: Mit Dominik Ernst, Peter Hackenberg und Frederic Löhe gibt es dafür genügend Anwärter. \

LINK: Florian Rüter: „Klarheit hilft auch auf dem Fußballplatz“

Advertisements

2 Trackbacks / Pingbacks

  1. Die Rückennummern: Eine neue Nummer 7 für die Zukunft | Ueberdachte – Fußball-Fanzine aus Aachen
  2. Aufstellung: Benbennek hat die Qual der Wahl | Ueberdachte - Fußball-Fanzine aus Aachen

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: