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Keine Meisterschaft, kein Aufstieg. Und jetzt?

Alemannia Aachen hat eine tolle Saison gespielt, wird nach dem letzten Spieltag aber wohl trotzdem mit leeren Händen dastehen. Der Frust darüber sitzt tief. Aber ist der Verbleib in der Regionalliga West wirklich so dramatisch? Eine Meinung.

Von Marcus Erberich

Die Alemannia wird dieses Jahr wohl doch nicht aufsteigen. Bei vier Punkten Rückstand auf Tabellenführer Borussia Mönchengladbach II und nur noch zwei verbleibenden Spielen käme es schon einem Wunder gleich, wenn Aachen am Ende der Saison als Meister feststehen würde.

Dabei sah es lange so gut aus: Über Wochen stand die Alemannia in der Tabelle auf Platz eins; auf dem Tivoli gewann die Mannschaft die Spitzenspiele gegen Rot-Weiss Essen und Borussia Mönchengladbach. Nach Jahren des Niedergangs keimte in Aachen wieder so etwas wie Hoffnung, echte Hoffnung!

Es hörte auf, als die Begriffe „Meisterschaft“ und „Aufstieg“ plötzlich offen ausgesprochen werden durften – nicht mehr nur von den Zeitungen und Fans, sondern auch von der Mannschaft und den Trainern. Allein im April verlor die Alemannia daraufhin drei Meisterschaftsspiele, jeweils mit 0:1 gegen den FC Kray, Schalke II und Viktoria Köln. Vorher hatte die Mannschaft gerade mal ein einziges Spiel verloren!

Und der öffentlich ausgetragene Zwist zwischen Sportdirektor Alexander Klitzpera und Trainer Peter Schubert hat vermutlich auch nicht gerade dazu beigetragen, auf der Zielgeraden in der Spur zu bleiben.

Ein weiteres Jahr Regionalliga West. Mindestens. Das ist die Realität für Alemannia Aachen. Was macht das jetzt mit uns?

Es ist sicherlich schade, aber doch weit entfernt von einem Desaster, dass die Alemannia im zweiten Jahr nach dem Abstieg in die Viertklassigkeit nicht gleich den Wiederaufstieg geschafft hat. Aufstieg war nicht das ausgegebene Ziel – wie hätte es das auch sein können, nachdem Aachen die Saison 2013/2014 mit Mühe auf Platz 13 beendet hatte?

Auch eine dieser Tage oft gehörte Vermutung – „So leicht wird’s nie wieder, da unten raus zu kommen!“ – hält einer Prüfung nicht wirklich stand. War es denn dieses Jahr wirklich so leicht? Sind Borussia Mönchengladbach II und Viktoria Köln wirklich keine Konkurrenz für die Alemannia?

Werfen wir einen Blick in die Statistik: Gladbach hat von 32 Spielen 20 gewonnen und dabei 72 Tore geschossen – 25 mehr als die Alemannia. Die Viktoria hat 18 ihrer 32 Spiele gewonnen und 63 Tore geschossen – 16 mehr als die Alemannia. Wie ein gemütlicher Sonntagnachmittag-Spaziergang in die dritte Liga sieht das nicht aus.

Wir sollten stolz darauf sein, dass die Alemannia in dieser Saison überhaupt um den Aufstieg mitgespielt hat. Und dass sie zu den drei stärksten Teams dieser Liga gehört, vor Klubs wie Rot-Weiß Oberhausen und Rot-Weiss Essen.

Bleibt die Mannschaft im Kern zusammen, wird sie nächstes Jahr wieder die Tabellenspitze angreifen können. Die Liga ist gewarnt. Und das Team wird es im nächsten Jahr vielleicht nicht mehr mit der Angst zu tun bekommen, wenn es wenige Wochen vor der Sommerpause aus Versehen doch wieder an der Tabellenspitze stehen sollte. \

LINK: Benjamin Auer im Interview

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