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Demai: „Für viele Gegner ist Aachen das Spiel des Jahres“

Er ist der Kapitän und zusammen mit Tim Jerat der erfahrenste Spieler: Aimen Demai prägt das Spiel der Alemannia. Im Interview spricht er über die Bürde des Namens Alemannia Aachen, Reserveteams großer Vereine und die Siegchancen gegen Viktoria Köln.

Interview: Marcus Erberich

Aimen Demai, wir müssen das fragen: Ist nach der Niederlage gegen den FC Schalke 04 II das Rennen um die Meisterschaft für die Alemannia gelaufen?

Wie schon nach dem Spiel gesagt wurde, sollten wir nur von Spiel zu Spiel denken. Wir können nur unsere eigene Leistung beeinflussen und sollten deshalb nicht auf andere Mannschaften schauen. Es sind noch zwölf Punkte zu vergeben. Wir werden versuchen, das Maximum zu holen!

Ihr habt Rot-Weiss Essen geschlagen, ihr habt Borussia Mönchengladbach II geschlagen – für die Spitzenteams der Liga gab es dieses Jahr gegen die Alemannia nichts zu holen. Dafür habt ihr gegen vermeintlich kleine Gegner wie Wiedenbrück, den FC Kray und Schalke II verloren. Wie kann das sein?

Eine Erklärung dafür zu finden, ist nicht einfach. Für viele Gegner in der Liga ist ein Spiel gegen Alemannia Aachen das Spiel des Jahres. Die Gegner sind gegen uns immer hochmotiviert. Man sollte nicht vergessen, wo wir herkommen und welche Leistung die Mannschaft bislang gebracht hat. Wir haben von 30 Spielen nur drei verloren. Damit hätte vor Saisonbeginn wohl niemand gerechnet!

Beim Sieg gegen Gladbach II hast du das Tor zum 2:0 beigesteuert. Wie habt ihr als Mannschaft die Euphorie erlebt, die dieser Sieg in Aachen ausgelöst hat?

Durch den Sieg hat sich natürlich bei den Fans eine sehr große Erwartungshaltung aufgebaut, die wir gegen Schalke nicht erfüllen konnten. Das Spiel gegen Gladbach hat gezeigt, was gemeinsam möglich ist. Die Stimmung auf den Rängen war sensationell – und das Spiel auf dem Rasen war das wahrscheinlich beste Saisonspiel.

Selbst, wenn es dieses Jahr nicht zur Meisterschaft und zum Aufstieg reichen sollte, hat die Mannschaft eine hervorragende Saison gespielt. Denkst du, dass ihr nächstes Jahr wieder oben mitspielen könnt?

Über das nächste Jahr denke ich ernst nach Saisonende nach. Wir sollten uns zunächst auf die vier verbleibenden Partien konzentrieren und dort alles abrufen.

Spielertunnel Tivoli 750

Wird es nächstes Jahr schwerer oder leichter werden, sich an der Tabellenspitze festzusetzen?

Die Frage jetzt zu beantworten, ist schwierig. Trotzdem denke ich, dass wieder viele Klubs das Ziel haben werden, um die Meisterschaft mitzuspielen.

Wie stehst du generell zu Reserveteams großer Vereine? Findest du es richtig, sie am „normalen“ Ligabetrieb teilnehmen zu lassen? Oder sollte es eine Reserveliga nach englischem Vorbild geben?

Ich glaube nicht, dass es in naher Zukunft zu einer derartigen Reform in Deutschland kommen wird. Spielerisch sind die Reservemannschaften immer stark, allerdings ist das Zuschauerinteresse meist verhalten. Es gibt allerdings auch Ausnahmen. Ich erinnere mich zum Beispiel an unser Drittligaheimspiel gegen Borussia Dortmund II, die von fast 2.000 Fans begleitet wurden.

Zusammen mit Tim Jerat bildest du ein erfahrenes und starkes Duo im zentralen Mittelfeld. Wie teilt ihr die Aufgaben in der Schaltzentrale der Alemannia unter euch auf?

Die Aufgabenteilung zwischen uns funktionierte von Beginn an sehr gut. Tim ist ebenfalls ein erfahrener Spieler, der weiß, worauf es ankommt. Während des Spiels reicht häufig ein kurzer Blick oder eine Geste, um uns abzustimmen.

Du bist ein Spieler, der über seine starke Übersicht und sein feines Passspiel ins Spiel kommt. Bastian Müller sagte uns, die Regionalliga sei „nicht Hacke, Spitze, Einszweidrei“. Kannst du deine Stärken in dieser Liga überhaupt voll ausspielen?

Auch ich musste mich zunächst an die Spielweise in der Regionalliga gewöhnen. Eine gute Technik hilft dir immer, allerdings geht viel über den Kampf und den unbedingten Willen.

Du bist jetzt 32 Jahre alt, das Durchschnittsalter der Mannschaft liegt bei etwa 25 Jahren. Wie wirkt sich dieser Altersunterschied auf dein Amt als Kapitän aus?

Ich bin mittlerweile lange im Geschäft und habe gute wie auch schwierige Phasen mitgemacht und meine Erfahrungen gesammelt. Diese Erfahrungen versuche ich, an meine Mitspieler weiterzugeben.

Es gibt Kapitäne, die auf dem Platz permanent sprechen und Kommandos brüllen. Du wirkst nicht wie ein Lautsprecher, sondern eher wie ein stiller Leader. Stimmt das? Oder täuscht der Eindruck?

Von außen mag es vielleicht so wirken. Ich spreche dann, wenn ich es für richtig erachte, um Hilfestellungen zu geben. Ich halte wenig davon, permanent herumzubrüllen.

Am Donnerstag kommt Viktoria Köln auf den Tivoli. Das Hinspiel habt ihr mit 1:0 gewonnen, aber jetzt ist die Viktoria seit elf Spielen ungeschlagen. Wie wollt ihr diese Serie brechen?

An das Hinspiel kann ich mich gut erinnern. Kurz nach meiner Einwechslung ist das Tor gefallen. Die Stimmung der mitgereisten Aachener auf den Rängen war großartig! Jetzt kommt Viktoria mit einer guten Serie zu uns an den Tivoli, doch verstecken brauchen wir uns nicht. Wir sind seit über einem Jahr zuhause ungeschlagen und wollen die Punkte in Aachen behalten! \

LINK: Darum gewinnt Alemannia am Donnerstag gegen Viktoria

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