Neueste Beiträge:

Müller: „Regionalliga ist nicht Hacke, Spitze, Einszweidrei“

Inzwischen ist Bastian Müller in der Startelf der Alemannia gesetzt. Der Mittelfeldspieler sagt im Interview, was er von Demai und Jerat lernen kann, warum er inzwischen mehr über den Kampf kommt und worauf sich die Fans am Freitag freuen dürfen.

Interview: Tim Habicht

Bastian, hat sich die Gänsehaut nach dem Knaller-Spiel gegen Gladbach II langsam wieder gelegt?

Wir hatten gegen Essen ja schon ein volles Haus. Da konnten wir das schon etwas genießen. Man muss zwar sagen, dass es gegen Gladbach etwas anders war, weil nur Alemannia-Fans im Stadion waren. Die 200 bis 300 Gladbacher konnten jetzt nicht so richtig dagegen ankommen. Auf dem Feld hat es sich am Freitag ziemlich schnell gelegt. Wir sind sehr gut ins Spiel reingekommen.

Ihr seid offenbar eine Mannschaft für die besonderen Spiele. Gegen die Spitzenreiter Viktoria Köln, RW Essen und Gladbach II wurden alle Spiele ohne Gegentor gewonnen. Was macht euch so stark gegen Spitzenteams?

Das würde ich so gar nicht sagen. In Top-Spielen ist allerdings immer noch ein bisschen der letzte Push da. Es sollte eigentlich nicht so sein, aber man hängt sich trotzdem immer noch ein bisschen mehr rein als gegen die „Kleinen“.

Es hakt hingegen etwas bei den kleineren Gegner. Warum?

Wenn ich das wüsste… Wir tun uns schwer, Torchancen zu erspielen, das muss man ganz klar sagen. Uns fehlen etwas die Ideen in diesen Spielen. Wenn der Gegner mitspielt, wie jetzt gegen Gladbach, dann sieht man, dass wir eine absolute Top-Mannschaft sind. Wenn wir am Tivoli auf Gegner treffen, die mitspielen, dann hält uns nichts. Die Kleinen stellen sich hingegen tief hinten rein, da ist es richtig schwer Torchancen zu erspielen. Wir müssen vielleicht einfach mehr schießen.

bastian-mueller-leverkusen-testspiel

Bastian Müller im Testspiel gegen Bayer 04 Leverkusen

Dein zweites Tor im Alemannia-Trikot hast du gegen den Bonner SC erzielt. Daran erinnerst du dich wohl nicht mehr gerne zurück, oder?

Es war ein schönes Tor, aber leider nicht genug. Echt ärgerlich, dass wir da rausgeflogen sind.

Inzwischen bist du zum echten Stammspieler geworden. In der Rückrunde standest du in fast jedem Spiel von Beginn an auf dem Feld. Bist du jetzt richtig in Aachen angekommen?

Ich bin eigentlich relativ schnell angekommen. Aber ich bin auch dadurch gehemmt gewesen, dass ich vier Spiele hintereinander zuschauen musste. Davor lief es ganz gut. Nach diesen vier Begegnungen muss man sich erstmal wieder zurück in eine Mannschaft kämpfen, die fast kein Spiel verliert.

Man merkt dir an, dass mit den vermehrten Einsätzen in der Startelf auch das Selbstvertrauen größer wird. Dein Spiel wirkt sicherer, du schießt häufiger aufs Tor. Merkst du das selber auf dem Platz auch?

Der Trainer redet immer auf mich ein und ermuntert mich, dass ich häufiger auf das Tor schießen soll. Dann ist man auch auf dem Platz sicherer.

Mit Aimen Demai und Tim Jerat spielen wohl zwei der besten defensiven Mittelfeldspieler der Regionalliga neben dir auf dem Feld. Was kannst du von den beiden lernen?

Ruhe. Die Beiden haben einfach sehr viel Erfahrung. Es ist wichtig, dass sie Ruhe ins Spiel bringen. Wenn man so viele Zweit- und Drittliga-Einsätze hat, bringt dich so schnell nichts aus der Fassung. Das ist eine Eigenschaft, die man sich von den beiden gut abgucken kann.

Wie würdest du selbst dein Spiel bezeichnen?

Auf jeden Fall anders als früher. Heute versuche ich, mehr über den Kampf ins Spiel zu kommen und dann erst die spielerische Komponente dazu zu bringen. Dadurch, dass ich auch schon lange in der Regionalliga gespielt habe und weiß, dass es hier nicht immer Hacke, Spitze, Einszweidrei ist, komme ich durch Zweikämpfe ins Spiel.

Mit Blick auf Freitag: Was für ein Spiel erwartest du gegen Schalke II?

Es wird ein schweine-schweres Spiel. Ich weiß nicht, wie die Schalker spielen werden. Ob sie sich hinten rein stellen wie jeder andere Gegner oder ob sie mitspielen. Es wird auf jeden Fall ein ziemlich schweres Spiel. Aktuell steht Schalke auch nicht in der Tabelle da, wo sie hingehören. Eigentlich haben sie immer eine super Truppe.

FC Schalke 04 II: Ein schlagbarer Gegner im Aufwind

Alemannia Aachen hat in dieser Saison bisher jedes Freitagsspiel gewonnen. Was hat es mit euch und dem Flutlicht auf sich?

Es ist immer eine besondere Atmosphäre für einen Fußballer, das ist klar. Es ist immer anders, wenn das Flutlicht an ist, als wenn man mittags um 14 Uhr in der Landesliga kickt. Für die Fans ist das glaube ich auch nicht so schlecht. Von daher ist das einfach eine andere Atmosphäre.

P1030527Außerdem: Bisher habt ihr nach jedem extrem wichtigem Spiel (Viktoria und Essen) die folgende Partie deutlich für euch entschieden (3:0 gegen Rödinghausen und 4:0 gegen Düsseldorf). Wie nimmt die Mannschaft den Schwung aus solchen Spitzenspielen immer in die kommende Begegnung mit?

Es wird sich in der Trainingswoche zeigen, wie wir das mitnehmen. Aber ich bin ganz ehrlich: Ein knappes, dreckiges 1:0 würde mir gegen Schalke ebenfalls reichen. Wichtig ist aber auch, dass Borussia Mönchengladbach II wieder verliert…

Für den FC Bayern München II hast du bereits sieben Spiele in der 3. Liga absolviert. Wie groß ist der Unterschied von der vierten in die dritte Liga?

Das ist ein anderer Fußball. In der 3. Liga ist es professioneller. Wir haben jetzt gegen Kray verloren und ohne ein schlechtes Wort über Kray verlieren zu wollen: Das sind andere Spiele eine Liga höher. Ich habe damals mein erstes Spiel für Bayern II in Braunschweig gegen die Eintracht gespielt. Das hat mich weggebombt! Die Fans waren unglaublich laut, die Mannschaft hat um den Aufstieg in die 2. Bundesliga mitgespielt. Das ist nochmal was ganz anderes!

Dein Trainer bei Bayern II war damals Andries Jonker. Was konntest du von ihm lernen?

Sehr viel! Ich habe am Anfang das Gespann van Gaal und Jonker erlebt. Es sind zwei Trainer von denen man sehr, sehr viel mitnehmen kann. Es wird sehr viel Wert auf das Fußballerische, das Passspiel etc. gelegt.

In München waren unter anderem Emre Can (jetzt FC Liverpool) und Alessandro Schöpf (jetzt 1. FC Nürnberg) deine Teamkollegen. Hast du noch Kontakt zu ihnen?

Zu Emre eher gar nicht. Wenn, dann gratulieren wir uns bei Facebook. Zum Schöpfi habe ich noch etwas Kontakt. Er war ja damals der Jüngere im Team, hat auch etwas zu mir hochgeschaut. Nun ja, das ist jetzt vorbei (lacht).

Zum Abschluss: Auf was dürfen sich die Fans, die den Weg in die Mondpalast-Arena antreten, am Freitag freuen?

Auf ein gutes Spiel von uns. Einen guten Fight. Und darauf, dass wir drei Punkte mit nach Hause nehmen! \

LINK: Alemannia-Live: Alles über neue Spieler und Verträge

Advertisements

4 Trackbacks / Pingbacks

  1. Viktoria Köln: Mit Youngster-Trainer auf dem Weg nach oben | Ueberdachte – Fußball-Fanzine aus Aachen
  2. Demai: “Für viele Gegner ist Aachen das Spiel des Jahres” | Ueberdachte – Fußball-Fanzine aus Aachen
  3. Ein neuer Trainer für den letzten Schritt | Ueberdachte – Fußball-Fanzine aus Aachen
  4. Das Alemannia-Mittelfeld: Deutlich mehr Optionen | Ueberdachte – Fußball-Fanzine aus Aachen

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: