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Gegen Aachen kann man mal verlieren!

Die Alemannia hat das Spitzenspiel gegen Borussia Mönchengladbach II mit 2:0 gewonnen. Dem vermeintlich besten Team der Liga eindrucksvoll den Schneid abgekauft. Und was sagt uns das jetzt? Hier sind fünf Erkenntnisse aus dem Spiel vom Freitagabend.  

Von Marcus Erberich

1. Der Alemannia flattern nicht die Nerven. Im Gegenteil!

Viel wurde in den letzten Wochen darüber spekuliert, wer denn nun im Rennen um die Meisterschaft die Nerven behalten wird – und wem auf der Zielgeraden die Pferde durchgehen.

Vor allem nach dem überflüssigen Zwist zwischen Peter Schubert und Alexander Klitzpera und der dadurch ausgelösten Unruhe im Verein musste man befürchten, dass die Alemannia sich mitten in der entscheidenden Phase der Saison selbst aus dem Spiel nimmt.

Seit dem Sieg gegen die „kleinen Borussen“ wissen wir nun aber, dass die Alemannia in der Lage ist, auch – oder vor allem! – unter höchstem Druck ihr Leistungsmaximum abzurufen. Denn gegen die Borussia war genau das nötig. Getragen von den eigenen Fans ging jeder Spieler der Alemannia bis an seine Grenzen – der Lohn war der verdiente und relativ ungefährdete Sieg gegen den Spitzenreiter.

2. In Gedanken schon woanders? Nie im Leben!

Weil viele Spielerverträge am Ende der Saison auslaufen und so mancher sich mit seiner Unterschrift offenbar ein wenig Zeit lassen möchte, stand insbesondere nach der Niederlage in Kray schnell der Vorwurf im Raum: „Die sind doch in Gedanken schon woanders, Alemannia ist denen doch egal!“

Wer das Spiel gegen Gladbach gesehen hat, der weiß: Keiner dieser Spieler ist in Gedanken woanders! Wie die Mannschaft gerannt ist, mit welchem Einsatz sie sich in jeden Zweikampf geworfen hat, mit welchem Herzblut sie bis zum Abpfiff für den Sieg gekämpft hat, das verschaffte einem bisweilen eine amtliche Gänsehaut.

Das gilt nicht nur für die Spieler auf dem Feld, sondern auch für alle auf der Ersatzbank – Trainer und Betreuer mit eingeschlossen. Vor allem beim Tor zum 1:0 konnte man beobachten, wie die Bank kollektiv zum Jubeln aufsprang, wie sich manche in den Armen lagen, während andere die Faust in Richtung der Fans ballten. Jubelt so eine Mannschaft, der die Alemannia egal ist?

3. Gladbach ist schlagbar. Ganz ohne Hexerei!

Lange Zeit musste man befürchten, dass Borussia Mönchengladbach II schlicht und einfach nicht mehr zu schlagen ist. Unglaublich, wie die jungen Fohlen zum Teil marschiert sind, und einen Gegner nach dem anderen nach allen Regeln der Kunst durch die Mangel gedreht haben!

Aber die Alemannia hat der Borussia den Ruf der Unschlagbarkeit genommen. 2:0 hieß es am Ende aus Sicht der Aachener. Ein verdienter Sieg, auch in der Höhe. Denn bis auf einen Schuss an den Pfosten hat der so gefürchtete Sturm der Gladbacher auf dem Tivoli wenig bis gar nichts auf die Kette gebracht.

Der Rest der Liga weiß nun, dass (und hoffentlich auch wie!) man Gladbach schlagen kann. Hoffen darf die Alemannia zum Beispiel auf Rot-Weiß Oberhausen, dort muss Gladbach II am 31. Spieltag antreten. Das Ergebnis im Hinspiel: 2:1 für RWO. Und auch im Nachholspiel gegen den SV Rödinghausen bekommt es Gladbach mit einem Gegner zu tun, der weiß, wie man gegen die Fohlen gewinnt (1:0-Sieg im Hinspiel).

4. Eng, steil, laut. Unglaublich laut!

Wir Jungs von der Ueberdachten durften gegen Gladbach II im Innenraum stehen. Wir durften also am eigenen Leib erfahren, welche Wucht diese Südtribüne hat, wenn man nicht mittendrin steht, sondern unmittelbar davor.

Nach drei Minuten schlackerten uns zum ersten Mal die Knie, als Gladbachs Torwart Gelb sah, obwohl man auch auf Rot hätte entscheiden können. Mit welcher Lautstärke die Fans ihren Unmut darüber kundtaten, war ungewöhnlich!

Und bei den Toren? Da hatte man das Gefühl, den Jubelschrei körperlich zu spüren. Wie die Druckwelle einer Explosion. Ein Teil der Heimstärke der Alemannia liegt ohne Zweifel an dieser Tribüne. Vor allem Spieler, die selten vor großem Publikum spielen, dürften von dieser Lautstärke einen riesigen Respekt haben.

Das wird auch noch Viktoria Köln zu spüren bekommen!

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5. Jupp Martinelli weiß mehr von Fußball als wir. Viel mehr!

Vor dem Spiel gegen Gladbach II haben wir übrigens Jupp Martinelli getroffen. Am Rande des Interviews haben wir auch nach seinem Gefühl bezüglich des bevorstehenden Matches gefragt. Das Gespräch in Steno:

Marcus: Herr Martinelli, was tippen Sie denn für gleich?
Martinelli: Ich gehe von einem klaren Sieg aus. Vielleicht sogar 3:1 oder 4:1.
Marcus: Wie? Echt jetzt?
Martinelli: (Lacht).

An dieser Stelle möchten wir unseren Hut ziehen. Wir haben vor dem Spiel nämlich mit Vielem gerechnet, aber nicht mit einem so klaren Sieg.

Und was Jupp Martinelli über einen möglichen Aufstieg der Alemannia gesagt hat, das verraten wir ein andermal… \

LINK: Sieg gegen Gladbach – die Alemannia in der Einzelkritik

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Ein Kommentar zu Gegen Aachen kann man mal verlieren!

  1. Klasse geschrieben, Danke

4 Trackbacks / Pingbacks

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