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Heimsieg gegen Gladbach II: Alemannia in der Einzelkritik

Alemannia Aachen feierte am Freitagabend ein großes Fußballfest. Ein überragendes Spiel und eine überragende Stimmung machten den Tivoli zum Tollhaus. Nach etwas Abstand nehmen wir die Spieler in der Einzelkritik unter die Lupe. Bestnoten für alle!

Von Tim Habicht

Frederic Löhe: Die unumstrittene Nummer eins der Alemannia hatte erstaunlich wenig zu tun gegen die beste Offensive der Regionalliga West. Bei der einzigen Großchance der Gäste rettete der Pfosten, Löhe konnte beim saftigen Flachschuss von Rodriguez nicht eingreifen. Ansonsten zeigte sich der Torwart sehr fokussiert, sicher am Ball und auch bei Standardsituationen völlig abgeklärt. Hatte für eine bessere Wertung aber schlicht und einfach zu wenig zu tun. Das wird Löhe aber vermutlich gerne in Kauf nehmen.

3_5_sterne

Michael Lejan: Man merkte nicht wirklich, dass der 31-Jährige prinzipiell im Tempo nicht unbedingt mit jungen, flinken Außenbahnspielern mithalten kann. Denn Lejan zeigte eine verdammt abgeklärte Leistung. Der Belgier machte seine Tempo-Defizite durch ein überragendes Stellungsspiel wett, lief die jungen Gladbacher gekonnt ab und gab sich in der Defensive keine Blöße. Eine echte Spaßbremse für die normalerweise munter aufspielenden Gladbacher.

3_5_sterne

Peter Hackenberg: Wie wichtig Hackenberg und Hoffmann für diese Mannschaft sind, sah man spätestens bei der 1:2-Niederlage in Bonn. Der große Innenverteidiger blieb gegen die wendigen Gladbacher Offensivspieler immer der Sieger. Im Kopfballduell hatte er ohnehin keine Probleme. Stark war vor allem, wie der 26-Jährige die Pässe im Zentrum abfing. So konnte Mönchengladbach II keine wirklich Tormöglichkeit durch die Mitte erspielen.

4_sterne

Marcus Hoffmann: In der Defensive erneut der Fels in der Brandung. Verlor vermutlich nur einen einzigen Zweikampf in der ganzen Partie. Dieser hätte aber beinahe der 0:1-Rückstand bedeutet. Denn Hoffmann ließ sich von Giuseppe Pisano am Strafraum austanzen. Der Deutsch-Italiener legte mit Übersicht auf Rodriguez zurück – Pfosten. Ansonsten aber wie immer bärenstark in der Abwehr und torgefährlich im Angriff nach Eckbällen. Ordnete die Defensive lautstark.

4_sterne

Dominik Ernst: Wie kann man eigentlich so viel in 90 Minuten laufen wie Dominik Ernst? Aachens Rechtsverteidiger marschierte die rechte Außenbahn auf und ab. Teilweise stand der 24-Jährige an der Mittellinie. Durch seine offensive Ausrichtung zwang er Gladbachs Flügelspieler immer wieder dazu, sich weit zurück zu ziehen und auf die Defensive zu konzentrieren. So dauerte es relativ lange bei Ballgewinn Gladbach, sich zum Alemannia-Tor zu kombinieren. Ein überragendes Spiel des gebürtigen Gelsenkirchners.

4_5_sterne

Aimen Demai: Nach mehreren schwächeren Vorstellungen des Kapitäns ging Demai gegen Gladbach als richtiger Anführer aufs Feld. Er stach aus einer tollen Mannschaft noch einmal heraus. Demai schmiss sich in jeden Zweikampf, ordnete das Spiel auf ruhige Art und gab das Tempo der Schwarz-Gelben vor. Wie der Routinier die Kugel beim 2:0 mit jeweils einem Kontakt annahm, sich vor seinen Gegenspieler drehte und flach abzog, war herrlich anzusehen.

5_sterne

Gladbach-Trainer Demandt im Interview vor dem Spiel

Tim Jerat: Demai war im Spiel insgesamt eher für die kreativen Momente zuständig, Jerat für die Balleroberungen. Der 33-Jährige, den zwei Fans von Arminia Bielefeld bei Alemannia-Spielen begleiten und dafür extra aus Bielefeld anreisen, zeigte dem jungen Fohlen-Mittelfeld, was einen guten Sechser ausmacht. Zudem mit gefährlichen Standards und einer neuen Eckball-Variante (flach oder hoch auf den ersten Pfosten auf Peter Hackenberg) im Gepäck.

4_5_sterne

Dennis Dowidat: Als der Ex-Gladbacher die Kugel im Mittelfeld eroberte, mit großen Schritten auf das gegnerische Tor lief und aus knapp 25 Metern wuchtig auf das Kreuzeck abzog, sah man die ganze Klasse von Dowidat. Im schnellen, kampfbetonten Spiel war sich der feine Techniker aber auch niemals zu schade, selber die Grätsche auszupacken oder zum Kopfballduell zu steigen. Langsam aber sicher entwickelt Dowidat neben seinen zweifelsfrei riesigen spielerischen Fähigkeiten auch richtige Kämpfer-Qualitäten. Er hat den Schritt zum Anführer vollzogen.

4_5_sterne

Fabian Graudenz: Aus welchen Gründen auch immer: Fabian Graudenz kam in der Rückrunde nicht zu vielen Minuten auf dem Feld. Gegen Borussia Mönchengladbach II durfte der 23-Jährige nach fünf Spielen ohne Startelf-Einsatz von Beginn an ran. Trainer Peter Schubert traf genau die richtige Wahl. Denn der spielstarke Mittelfeldspieler zeigte als zweite beziehungsweise hängende Spitze ein überragendes Spiel. Nicht nur wegen seines Tores (das zehnte in dieser Saison) war Graudenz gemeinsam mit Demai Man of the Match. Der Mittelfeldspieler sorgte immer für Gefahr in der gegnerischen Hälfte und zeigte starke Dribblings. In dieser Form ist Graudenz definitiv gesetzt.

5_sterne

Bastian Müller: Nicht ganz so auffällig wie Demai und Jerat zeigte sich Bastian Müller. Aber für einen defensiven Mittelfeldspieler ist das ein Kompliment. Der gebürtige Bielefelder wird immer mehr zum wichtigen Bestandteil der Alemannia-Truppe. Müller war extrem zweikampfstark und zeigte sich auch im Kopfballspiel gut. Ein toller Auftritt des 23-Jährigen.

4_sterne

Kevin Behrens: Dem Hünen im Alemannia-Sturm dürfte heute der Rücken ziemlich schmerzen. Denn Behrens fungierte als Wandspieler und wurde oft mit hohen Bällen gesucht. Trotz der Größe der Gladbacher Innenverteidiger (1,94 Meter und 1,90 Meter) entschied er fast alle Duelle zu seinen Gunsten. Aber auch am Ball war der gebürtige Bremer diesmal richtig gut. Hatte viele Dribblings und eine gute Übersicht. Lag etwas daneben, als er in der ersten Halbzeit elf Meter frei vor dem Tor nicht den Abschluss suchte, sondern den Pass auf Graudenz wählte.

4_5_sterne

Tobias Mohr, Rafael Garcia und Viktor Maier werden aufgrund ihrer kurzen Einsatzzeit nicht bewertet.

LINK: Darum gewinnt Aachen gegen M’Gladbach II

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Ein Kommentar zu Heimsieg gegen Gladbach II: Alemannia in der Einzelkritik

  1. Dieter Lübbers (Didi) // 19. April 2015 um 12:34 // Antwort

    An dieser Stelle mal ein großes Kompliment für Eure Bayträge, Interviews und auch Bewertungen!
    Wesentlich realistischer, interessanter und damit lesenswerter als die der lokalen (Hetz-) Presse – Chapeau!

2 Trackbacks / Pingbacks

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