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Ein Gegner, der nur eine Schwäche hat

Wenn am Freitag das Flutlicht an der Krefelder Straße leuchtet, wird der wohl größte Brocken seine Visitenkarte am Tivoli abgeben: Borussia Mönchengladbach II. Die Fohlen-Elf glänzt vor allem in der Offensive. Das Team von Sven Demandt im Ueberdachte-Check.

Von Tim Habicht

Spitzenreiter mit 59 Punkten nach 27 Spielen, 65 erzielte Tore und ein Schnitt von über zwei Punkten pro Auswärtsspiel. Die Statistik von Borussia Mönchengladbach II liest sich eindrucksvoll und beängstigend.

Beim letzten Spitzenspiel am Aachener Tivoli waren die Werte des Gegners ähnlich stark. Rot-Weiss Essen stellte sich als Spitzenreiter in Aachen vor, war zu dem Zeitpunkt ebenfalls die Torfabrik der Regionalliga West und ebenfalls das bis dahin beste Auswärtsteam. Das Ergebnis ist bekannt.

Aber verglichen mit RWE scheint die U23 der Gladbacher nochmal ein anderes Kaliber zu sein. Zu konstant präsentieren sich die Fohlen seit der ersten und einzigen Schwächephase gleich zu Saisonbeginn.

Seit 13 Regionalliga-Spielen ist Borussia Mönchengladbach unbesiegt – die aktuell längste Serie ohne Niederlagen. Vom 9. November an gewann die Elf von Trainer Sven Demandt alle neun Spiele am Stück. Diese Serie bescherte den Fohlen den Platz an der Sonne.

Allen voran die Offensive überragt in der spielerisch starken Mannschaft. Mit Giuseppe Pisano hat man den aktuell treffsichersten Angreifer in seinen Reihen. Die Bilanz des Deutsch-Italieners ist eindrucksvoll: 15 Tore und zehn Vorlagen. Aber nicht nur Pisano weiß im Sturm zu überzeugen. Die offensive Dreiereihe hinter der einzigen Spitze steuert ihre Tore ebenfalls bei. Marlon Ritter (elf Tore und vier Vorlagen) und Kevin Holzweiler (acht Tore und zwei Vorlagen) sind mindestens genau so gefährlich wie Pisano.

Die Jugend der Borussia vom Niederrhein ist traditionell stark und brachte bereits Spieler wie Tony Jantschke, Marc-Andre ter Stegen oder Patrick Herrmann in die Bundesliga. Die aktuelle U23 der Gladbacher scheint aber als Kollektiv unheimlich stark und für ihr Alter unglaublich abgeklärt zu sein. Mit einem Altersschnitt von 21,7 Jahren ist Gladbach II die zweitjüngste Mannschaft der Regionalliga West. Zum Vergleich: Alemannia Aachens Kader ist im Schnitt 25,2 Jahre alt.

Dass die Demandt-Elf nicht nur schnellen, schnörkellosen Offensivfußball spielen, sondern sich auch immer wieder zurück in ein Kampfspiel beißen kann, zeigte sie im Laufe der Saison mehrfach. Gegen die Sportfreunde Lotte lag Gladbach II bereits mit 0:2 in Rückstand, glich in den Schlussminuten aber noch aus. Auch in einer hektischen Partie gegen Düsseldorf II rettete man einen Punkt.

Klar ist: Wenn Borussia Mönchengladbach II einmal ins Rollen kommt, ist diese Mannschaft nur schwer aufzuhalten. Das musste die Alemannia schmerzlich in der letzten Saison bei der 0:5-Klatsche im Borussia-Park erleben. In den bisherigen drei Aufeinandertreffen holten die Schwarz-Gelben noch keinen Sieg (zwei Niederlagen, ein Remis, 1:8 Tore).

Die Fohlen dürfen am Tivoli nicht ins Spiel kommen und müssen vor allem in der Defensive beschäftigt werden. Denn dort liegt die einzige Schwäche des Spitzenreiters. 32 Gegentore in 27 Spielen sind ein mäßiger Wert. Im Schnitt kriegt Gladbach pro Spiel 1,18 Gegentore. Bei der Alemannia liegt dieser Schnitt bei nur 0,64 Toren. Unter den ersten sieben Mannschaften kassieren die Borussen die meisten Gegentore.

Heißt für Alemannia Aachen: Den Gegner so viel wie nur möglich in der eigenen Hälfte beschäftigen. Am besten wohl mit flachen Bällen. Quirlige Angreifer wie Viktor Maier oder Taku Ito dürften gegenüber Kevin Behrens wohl im Vorteil sein. Denn die Innenverteidigung der Fohlen ist verdammt groß und kantig (Oliver Stang ist 1,94 Meter, Nebenmann Tim Knipping 1,90 Meter groß).

Wie man gegen Borussia Mönchengladbach II gewinnen kann, haben bereits Viktoria Köln (3:1-Sieg), der SV Rödinghausen (1:0), der 1. FC Köln (2:1) und Rot-Weiß Oberhausen (2:1) vorgemacht. Aber auch Regionalliga-Aufsteiger FC Hennef 05 hatte die Fohlen am Rande einer Niederlage und konnte drei Treffer erzielen. Ein Hoffnungsschimmer für den Herausforderer Alemannia Aachen. \

LINK: Borussia Mönchengladbach II beantragt Lizenz für 3. Liga

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