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Sven Demandt: „Der Druck liegt bei Aachen“

Seit 2008 ist Sven Demandt Trainer bei Borussia Mönchengladbach. Derzeit führt er mit der zweiten Mannschaft der Fohlen die Regionalliga West an. Im Interview spricht Demandt über die Stärken seiner Mannschaft, den Tivoli und dass der Druck ganz auf Aachen lastet.

Sven Demandt, Trainer von Borussia Mönchengladbach Sven Demandt, Trainer von Borussia Mönchengladbach

Interview: Tim Habicht

Herr Demandt, konnten Sie sich ein Grinsen verkneifen, als Alemannia Aachen spät beim FC Kray ein Tor kassierte und das Spiel verlor?

Ich weiß, wie schwierig Spiele gegen Kray sind. Ich habe das Spiel live gesehen. Dass Aachen kurz vor Schluss nach einem Standard noch einen Gegentreffer bekommen hat, war etwas unglücklich. Es war aus meiner Sicht eigentlich ein typisches 0:0-Spiel. Wir müssen uns aber auch nicht über solche Dinge freuen, wir müssen uns um uns selbst kümmern.

Sie haben Aachen zuletzt im Heimspiel gegen Rot-Weiß Oberhausen und beim FC Kray live im Stadion gesehen. Welche Erkenntnisse haben Sie gewonnen?

Das Spiel in Kray ist für mich kein Maßstab, das war insgesamt ein merkwürdiges Spiel. Und das Spiel gegen Oberhausen war auf sehr hohem Niveau. Oberhausen war in der ersten halben Stunde die bessere Mannschaft, Aachen hatte aber spätestens in der zweiten Halbzeit genügend Chancen, um das Spiel zu gewinnen. Alemannia hat in dieser Saison erst zwei Niederlagen kassiert. Das zeigt, dass sie sehr stabil sind, gerade in der Defensive. Offensiv tun sie sich etwas schwerer, aber manchmal reicht eben auch ein Tor, um ein Spiel zu gewinnen. In jedem Fall wird es für uns keine leichte Aufgabe.

Vor allem auswärts macht sich Aachen das Leben schwer. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Aachen ist zu Hause mit seinen Zuschauern immer in der Lage, etwas mehr Druck zu machen als auswärts. Sie machen viel über Standardsituationen. Dazu haben sie in Heimspielen vermutlich auch mehr Gelegenheiten als auswärts. Das ist für mich die einzige Erklärung.

Der Tivoli ist in der laufenden Spielzeit wieder eine Festung geworden. Wie wollen Sie diese Festung stürmen?

Ich weiß nicht, ob wir die Festung stürmen müssen. Ich glaube, der Druck liegt bei Aachen. Sie müssen das Spiel gewinnen, um im Rennen zu bleiben. Wir wollen wie immer gut verteidigen, und wenn uns das gelingt, haben wir auch eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass wir das Spiel nicht verlieren. Zudem sind wir vorne immer in der Lage Tore zu machen.

Was zeichnet Borussia Mönchengladbach als bestes Auswärtsteam der Regionalliga West aus?

Ich glaube, das ist eher Zufall, weil unsere Heimbilanz auch richtig gut ist. Da gibt es eigentlich keinen großen Unterschied. Wir sind aber im Gegensatz zu manch anderen Mannschaften auch auswärts sehr stabil. Egal, wo wir spielen und egal, gegen wen, wir versuchen einfach, unser Spiel zu machen.

Zum letzten Top-Spiel am Aachener Tivoli, Anfang des Jahres gegen Rot-Weiss Essen, kam ebenfalls das bis dahin beste Auswärtsteam nach Aachen – und verlor. Was für ein Spiel erwarten Sie in Aachen?

Das Spiel gegen Essen hat keinen Einfluss auf das Spiel am Freitag. Wie gesagt: Aachen muss gewinnen, wir können gewinnen. Mit einem Punkt könnten wir sicherlich auch sehr gut leben. Von daher glaube ich schon, dass die Aachener alles versuchen werden, um das Spiel zu gewinnen. Deshalb erwarte ich ein sehr umkämpftes Spiel. Darauf müssen wir uns einstellen.

Ihre Mannschaft spielt unheimlich konstant in dieser Saison, ist seit 13 Spielen ungeschlagen, konnte zuletzt eine beinahe unheimliche Serie mit acht Siegen in Folge feiern. Woher kommt diese Konstanz und Stärke?

Ich glaube, es liegt daran, dass wir in dieser Konstellation schon etwas länger zusammen sind, was für eine zweite Mannschaft eigentlich sehr selten ist. Wir spielen mit dem Gerüst der Mannschaft mehr oder weniger schon im zweiten, teilweise auch dritten Jahr zusammen, immer wieder ergänzt durch Jugendspieler, die dazu gekommen sind. Es ist eine gute Voraussetzung, um stabil zu sein, wenn man eine Achse hat mit dem Torhüter, Oliver Stang, unseren Sechsern und Giuseppe Pisano im Angriff. Und von den jüngeren Spielern haben sich sehr viele recht zügig im Seniorenbereich akklimatisiert und verfügen einfach über eine sehr gute Qualität.

Vor allem offensiv hat Ihr Team einiges zu bieten. Mit 65 Tore in 27 Spielen stellt Borussia Mönchengladbach II die mit Abstand beste Offensive. Sehen Sie lieber einen spektakulären 4:2-Sieg als ein biederes 1:0?

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Ich bin grundsätzlich ein Trainer, der möchte, dass wir nach vorne spielen. Aber die Voraussetzung, um gut nach vorne zu spielen, ist, dass wir gut verteidigen und stabil stehen. Dann ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass man die Spiele gewinnt. Wie gegen Rot-Weiss Essen kann dann auch schon mal ein Tor reichen, um ein Spiel zu gewinnen.

Aachen kassiert dafür kaum Gegentore, tut sich aber in der Offensive schwer. Wie wollen Sie den Aachener Abwehrriegel knacken?

Ich habe mir schon Gedanken dazu gemacht, das ist ja klar, aber das werden wir intern besprechen. Grundsätzlich haben wir eine Art Fußball zu spielen, die wir auch nicht großartig ändern werden.

Glauben Sie, dass die Kulisse eine Rolle spielen wird? Es werden rund 20.000 Zuschauer erwartet. Ihre Mannschaft trägt im Schnitt ihre Heimspiele vor 482 Zuschauern aus.

Es wird für die Jungs sicherlich sehr interessant, dort zu spielen. Ich glaube aber nicht, dass wir Probleme damit haben werden oder dass uns das in irgendeiner Form beeindruckt oder gar hemmt, unsere Leistung zu bringen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass eher das Gegenteil der Fall ist.

Mit Hinblick auf das Nachholspiel gegen den SV Rödinghausen könnten Sie Ihren Vorsprung auf sechs Punkte ausbauen. Würde Ihnen da ein Unentschieden in Aachen reichen?

Wir werden natürlich nicht auf Unentschieden spielen, aber wir können doch etwas entspannter in das Spiel gehen als Aachen. Das steht fest.

Haben Sie Bedenken, dass Sie zur kommenden Saison wichtige Stammspieler an Lucien Favre abgeben müssen?

Wir haben jetzt schon einige Spieler aus unseren Reihen, die bei den Profis mittrainieren. Und wenn es so kommen sollte, wäre das auch schön. Bedenken ist in diesem Zusammenhang das falsche Wort.

Bitte vervollständigen Sie folgenden Satz: Sollte Borussia Mönchengladbach II in Aachen gewinnen, ist das Rennen um die Meisterschaft der Regionalliga West…

…immer noch nicht entschieden. \

LINK: Gastautor Sascha Theisen: In den Wehen mit Clirim Bashi

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